Range Rover Evoque Dynamisch Exterieur Front
Der erste Range, der die reine Citynutzung offensiv zugibt.
 

Vorstellung: Land Rover Evoque

Der kleinste, leichteste und fescheste Range Rover der Geschichte.

20.05.2011 Autorevue Magazin

Range Rover hat, zumindest was den Evoque betrifft, vor der Tatsache kapituliert, dass so gut wie niemand mit den Geländeautos auch in dieses Gelände hineinfährt (oder je hineingefahren ist). Sichtbarstes Zeichen dieser Einsicht: Erstmals in der Firmengeschichte gibt es mit dem Evoque jetzt einen Range ­Rover mit Frontantrieb. Es ist das günstigste Modell. Die ­anderen Varianten befinden sich diesbezüglich noch im Rückzugsgefecht, will heißen: An Bord sind Allrad und Terrain Response, das marken­eigene Geländesystem mit der Drehknopf-Auswahlpalette „Normal“, „Gras, Schotter, Schnee“, „Schlamm“ und „Sand“. Man kann das noch mit einer Bergabfahrhilfe auffetten, allerdings gegen Aufpreis.

Am Evoque kann man sehen, wie uns in Zukunft Autos schon Monate, bevor es sie tatsächlich gibt, strapazieren: Über das Web wird ein Hype erzeugt und eine Identitäts-Geschichte erzählt. Die Geschichte um den Evoque wird von kreativen Stadtbewohnern bespielt. Damit ist die angepeilte Zielgruppe umrissen und das Wesen des Autos erklärt. Schlussfolgerung: Wer nicht mindestens in Wien lebt, besser noch in Paris oder London, und wer keinen Mac hat, kann ja Toyota kaufen. Ist auch ein gutes Auto.

Das alles wirkt in sich schlüssig, weil durchdacht. Der Evoque ist auch der erste Range Rover, der offensiv vor allem stylish ist. Man ­erkennt den Freelander als ­Design-Kern. Der wurde muskelbepackt und urbanisiert, der Dreitürer noch viel mehr als der Fünftürer, der ein wenig in der Konventionalität ­steckenbleibt: SUV mit fünf Türen ­gewährt nicht ganz so viel ­Gestaltungsspielraum. ­Dafür ist es um solche Welten das praktischere Auto, dass es auch gekauft werden wird.

Mit 4,3 Metern Länge fällt der Evoque in die Dimen­sions-Liga des Mitsubishi ASX und des Toyota RAV4. Die Platzverhältnisse sind also geordnete, auch hinten. Im Dreitürer leidet der Passagier auf der Rückbank am Gefühl des ­Eingemauertseins, denn die Fenster sind aus ästhetischen Erwägungen zu Schießscharten verengt worden.

Wir fuhren ein Auto aus ­einer Vorvorvorserie. Schon dieses machte einen guten Eindruck. An schlampiger Verarbeitung und dürftiger Qualität soll es offenbar nicht mehr scheitern. Der Evoque betont das Sportliche, soweit es halt geht. Der hohe Schwerpunkt lässt sich freilich nicht runterzaubern, somit fühlt auch der Evoque sich an, wie ein SUV sich eben anfühlt.

Zwei Motoren sind im Programm, ein Diesel mit 150 bzw. 190 PS, ein Benziner mit 240 PS. Schon der schwächere Diesel geht gut. Der Benziner ist splendid, schießt sich aber mit einem Grundpreis von 46.000 Euro selbst aus dem Spiel. Das mit dem Grundpreis ist überhaupt so, dass es natürlich auch beim Evoque eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, das Auto zu verschönern und zu verbessern, allerdings mit Betonung auch auf Vielzahl: Aus den Lack-, Dach-, Stoff-, Interieur-, Dachhimmel- und anderen Farben lassen sich 390.000 Kombinationen zusammenstellen. Diese Zahl ist keine Übertreibung.

Auch sonst zischt es ordentlich bei den Extras. Fernseh­gerät, 825-Watt-Anlage für den anspruchsvollen Lärm, zeit­gesteuerte Klimatisierung, Lenkradheizung, Surround-Kamerasystem und diverse ­Ledersorten zeigen, dass ­Range Rover auch im Kleinen hoftauglich bleiben will.

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