Lancia Ypsilon dyn voli
Der Lancia Ypsilon soll Luxus in kleinen Dosen bieten.
 

Vorstellung: Lancia Ypsilon

Lancia versteht sich als Luxus-Lieferant für den kleinen Mann.

02.08.2011 Online Redaktion

Um die Bedeutung des neuen Ypsilon zu verstehen, braucht es eine Zahl: 799. So viele Lancias wurden im Jahr 2010 in Österreich verkauft – gemeint sind alle Modelle innerhalb von zwölf Monaten. Selbst das Jahr 2009, das vorsichtig formuliert nicht als Rekordjahr in die Autogeschichte eingehen wird, bescherte Lancia noch 1236 Verkäufe. Damit wäre der Untergang dokumentiert und der österreichische Markt als Sinnbild für die Lancia-Krise fixiert. Mit dem neuen Ypsilon soll alles wieder gut werden. Der soll sich heuer noch 800 Mal verkaufen – ein Modell, sechs Monate.

Der neue Ypsilon ist nur noch mit fünf Türen zu haben, womit er sich im stückzahlstärksten Segment im euro­päischen Markt tummelt. In dieser Hinsicht sollte es klappen. Die Platzverhältnisse sind vorne wie hinten schwer in Ordnung, bedenkt man, dass in Autos wie diesen keine langen Urlaubsreisen unternommen werden und nur sehr selten groß gewachsene Männer im Fond gesichtet werden.

Überhaupt muss man bei Lancia alles an den Ansprüchen des Autos messen. Für den Stadtverkehr sind alle drei Motoren ausreichend, nur beim Diesel zieht einem das Geschüttel der in allen Modellen serienmäßigen Start-Stopp-Automatik den Nerv. Das Fahrwerk ist komfortabel, auch wenn es schlechte Straßen nicht glattbügeln kann. Mit dem City-Mode der ohnehin agilen Lenkung lässt sich der Ypsilon sogar sportlich durch die Häuserschluchten flippern. Nicht dazu passen will aber das hakelige Getriebe. Der ­Hebel muss lange Wege gehen, um im richtigen Gang anzukommen, und baumelt so ­locker in der Schaltgasse wie ein Holzlöffel im Kochtopf. Im Lauf des Jahres soll ein automatisiertes Schaltgetriebe Abhilfe schaffen. Zum selbst auferlegten Premiumanspruch der Marke will auch die Verarbeitung im Innenraum nicht so recht passen. Hier und da ­wackelt oder knarzt etwas. Immerhin entschied man sich für Klavierlack, das sieht dann ­wenigstens gut aus. Was ja als italienische Tugend verstanden werden kann.

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