Lancia Voyager 2,8 CRD Gold Front
Lancia Voyager - das Auto als Haus.
 

Testbericht: Lancia Voyager 2,8 CRD Gold

Der Name klingt jetzt irgendwie kompakter. Wurde hier ein Amerikaner europäisiert? Oder doch eher umgekehrt?

01.04.2012 Autorevue Magazin

Man kann im Auto gehen (gebückt zwar, aber immerhin); man kann sich drinnen locker umziehen, wenn man vom Sport zurückkommt, vermag mehr Möbel heimzuführen, als man an einem Wochenende zusammenbauen kann, und praktisch immer kann man Parkplätze überquellen lassen. Der Lancia Voyager hieß vormals Chrysler, und auch wenn er nach der Übernahme durch den Fiat-Konzern Richtung Europa gebürstet wurde: 5,2 Meter bleiben sich treu, man wird den Voyager nicht grundlos ins Stadtgewühl werfen, aber sehr gerne sehr weit verreisen. Ist man dabei zu zweit, dann kann locker im Auto ­gewohnt werden. 3912 Liter Laderaum entsprechen drei Mittelklasse-Lifestylekombis.

Die Variabilität stammt ­unverändert aus dem Chrysler Voyager:

Alle fünf Fondsitze (zwei einzelne Sessel mittig, eine Dreierbank ganz hinten) falten sich simpel und von ­Federn unterstützt unter Bodenniveau, und wenn man bei Reihe zwei rechtzeitig den Kopf wegzieht, bekommt man auch keine auf die Nase.

So viel zu den Grundzügen des Lancia Voyager. Wen der Innenraum zwickt, der spricht besser bei Reisebusherstellern vor.

Lancia Voyager 2,8 CRD Gold Sitze

Das amerikanische Wesen darf also noch immer einen der größten Vans aufspannen, was jene freut, die einen suchen.

Dass sie innen jetzt auch mit deutlich mehr Liebe gewählte Materialien sehen und berühren, ist der Überarbeitung zwecks Einbürgerung in Europa zu verdanken: Man merkt dem Interieur an, dass auf wohnliches, hochwertiges Ambiente gezielt wurde, über das Fehlen von Alcantara, jenes in unserer Wahrnehmung extra für Lancia entworfene Textil, wird mittels Leder hinweggetröstet, serienmäßig übrigens. Derlei hilft, die Modellpalette überschaubar zu halten: Es gibt einen 3,6-l-V6-Benziner mit 283 PS und den 2,8-l-Diesel zu 163 PS, beide zum selben Preis (46.900 Euro), beide in der Ausstattungsversion Gold, die Aufpreisliste bleibt schlank.

Mit Blick auf Europa überarbeitet wurde auch das Fahrwerk, der Kompromiss passt wunderbar zu einem Familienvan, in dem man öfter nach Komfort fragt als nach sportlichem Kurvenräubern. Besonders mit dem Turbodiesel, ­unauffällig in allen Aspekten: ist ambitioniert, aber nicht ­lückenlos gedämmt; dreht gut hoch, hat aber über 2,1 Tonnen zu bewegen. Die untadelig schaltende Sechsgang-Automatik ist eine Empfehlung für lange Reisen, der Wählhebel am Armaturenbrett verrät die amerikanischen Wurzeln. 

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema