lancia thema 3,0 multijet ii 2012 front vorne seite
Italienisch feingliedrig ist das Äußere ­definitiv nicht, er hebt sich aber eben durch seine Andersartigkeit von der Masse ab.
 

Testbericht: Lancia Thema 3,0 Multijet II Executive

Wie guter Rotwein: Manche Autos brauchen Zeit, um zu reifen.

11.11.2013 Autorevue Magazin

Der Lancia Thema polarisiert, spaltet die Autogemeinde in zwei ­Lager: Die einen sehen eine Limousine mit mächtigem Auftritt. Die anderen einen zum Lancia umgelabelten Chrysler – als ob es ein Sakrileg wäre, ein Auto unter verschiedenen Namen zu verkaufen.

Wir wollen uns dem Lancia Thema vorurteilsfrei annähern und entdecken dabei eine Limou­sine mit langer Geschichte.

Als der 300C 2004 vorgestellt wurde, war Chrysler fest mit Daimler verbandelt. Man ­hörte von zahlreichen Gleichteilen mit einer damals schon vergangenen E-Klasse von Mercedes. Nach der unrühmlichen Trennung der beiden Konzerne rückte Fiat als Partner von Chrysler nach. Lancia, zum Fiat-Konzern ­gehörig, hatte damals Y, Delta und Musa ­sowie die ­Oldies Phedra und Thesis im Programm. Nahe­liegend, dass ­Fiat-Boss Sergio Marchionne die letzteren beiden durch den Voyager und 300C ersetzen ließ. Die Lancia-Fundamen­talisten stöhnen bis heute vor Schock und beschwören den Untergang einer einst großen Marke (deren Strahlkraft ­eigentlich seit dem Fiat-Einstieg 1969 nimmer so groß ist). ­Geschäftsmann Marchionne lässt das kalt – die Fundis haben den rein ­italienischen Thesis damals auch nicht gekauft.

Zum Lancia Thema:

Italienisch feingliedrig ist das Äußere ­definitiv nicht, er hebt sich aber eben durch seine Andersartigkeit von der Masse ab. Durch Retuschen an Stoßfängern, Kühlergrill und Leuchten ist er nun zumindest auch als Lancia zu erkennen.

lancia thema 3,0 multijet ii 2012 cockpit innenraum armaturen

Executive heißt tatsächlich: alles. Außer Schiebedach und Metallic gibt es keine ­Extras. Über ­Armaturengrafik und -beleuchtung kann man streiten, über die ­Verarbeitung nicht. Sitzt, passt.

Das große Staunen gibt’s dafür im Innenraum. Der erste Eindruck ist so edel, wie man sich den 300er immer ­gewünscht hätte. Die eleganten Teppiche, das Sitzleder, das zweifarbig gestaltete Lenkrad tragen zur Wohlfühlatmosphäre bei. Eine klassische Analoguhr ist ohnehin in jedem großen Lancia Pflicht. An den Fensterhebern wird die damalige Kooperation mit Daimler greifbar, die üppig dimensionierten, beheiz-und kühlbaren(!) Becherhalter weisen auf die amerikanischen Wurzeln hin.

Das Fahren hingegen ist ­annähernd teutonisch.

Kleine Schläge kommen wegen der 20-Zöller durch, sonst kalmiert der Thema Unebenheiten souverän. Die Lenkung: verbindlich, leichtgängig. Der V6-­Diesel, von VM zugeliefert: kraftvoll, maßvoll im Verbrauch, von guter Laufkultur. Bleibt das Getriebe: Eine 5-Gang-­Automatik ist in dieser Liga einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Konfigurieren Sie sich Ihren Lancia Thema auf autogott.at

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema