Wo der Kia Soul EV im Vergleich zum e-Golf punkten kann.
 

Wo der Kia Soul EV punkten kann

Mit dem Kia Soul EV wagen sich die Südkoreaner auf das Parkett der Elektromobilität. Wie schneidet Kia, zum Beispiel, im Vergleich mit dem e-Golf ab?

13.12.2014 radical mag

Ja, wir mögen den Kia Soul. Klar sieht er etwas speziell aus, er polarisiert mit seiner Außenhaut. Aber, das Auto als solches ist sehr okay. Er kann alles, was ein moderner Kompaktwagen heute können muss und sieht nicht aus wie einer aus der großen Gleichmach-Maschine in Wolfsburg oder Stuttgart. Diesen Mut zur Avantgarde hätten wir eher den Franzosen zugetraut, oder den Italienern. Aber doch nicht den Koreanern. Wobei, mit Korea hat das Design des Soul nicht viel zu tun, schon eher mit Deutschland. Schreyer heißt der Designchef, beim Soul bedeutet dies: nomen est omen.

Nun gibt es Kia auch als Elektrofahrzeug

Der nennt sich dann Soul EV und fährt, wie jedes andere Elektrofahrzeug (mit Ausnahme von Tesla) auch. Will heißen: leise, eher zurückhaltend und halt ohne lokale CO2-Emissionen. Maximal gibt’s 81,4 kW (entspricht 111 PS) und 285 Nm auf die Vorderräder. Als Stromspeicher werden Lithium-Ionen-Polymerzellen genutzt, welche über eine Speicherkapazität von 27 kWh verfügen. Als durchschnittlichen Verbrauch an elektrischer Energie sind 14,7 kWh pro 100 Kilometer angegeben, was einer Reichweite von knapp 200 km entsprechen würde. Im Labor erreicht der Kia aber eine Reichweite von 212 km. Aber eben, nur im Labor._Kia Soul EV (2)

Kia Soul EV im Vergleich zum VW e-Golf

Vergleichen wir mal mit dem VW e-Golf. Der hat zwar ein paar PS mehr, muss aber auch 1.700 kg mit sich rumschleppen. Der Kia wiegt nur 1.565kg. Also der Golf ist schwerer, stärker und verbraucht laut Werksangabe aber nur 12,7 kWh. Auch hier: in der Theorie. In der Praxis sieht das dann wie folgt aus: Kia, im Winter gefahren, schafft an die 140 Kilometer, Heizung und die tiefen Temperaturen verhinderten in unserem Test größere Reichweiten. Der Golf schaffte bei kühlen, aber nicht winterlichen Temperaturen 150 Kilometer. Aber, der VW hat die kleinere Batterie, die speichert nur 24,2 kWh. Also, alles in allem: Gleichstand.

Preis vom Kia Soul EV und VW e-Golf

Das gilt auch für den Preis. Unser komplett ausgestatteter Soul EV kostet rund 36.000 Euro, den e-Golf gibt’s ab 35.930 Euro. Ist also alles nur eine Frage des Geschmacks, der Optik?_Kia Soul EV (3)

Hier punktet der Soul EV

Ist es natürlich nicht. Der Kia hat auch ein paar Pluspunkte gegenüber dem Wolfsburger. So fühlt er sich im täglichen Betrieb einfach leichtfüßiger an. Die Lenkung leichtgängig aber noch gerade präzis genug, einfache Bedienung aber etwas viele Schalter und ein sehr komfortables Fahrwerk kann man dem Koreaner attestieren. Gerade beim Langsamfahrkomfort in der City scheint uns der Kia dem e-Golf sogar überlegen. Wie gesagt, für die gut 36.000 Euro hat der Soul EV schon fast alles an Bord, was man sich in Sachen Komfort nur so wünschen kann. Beheizte und belüftete Sitze, ein wirklich gutes Navi, Radio mit DAB+ oder ein Tempomat und einen Speedlimiter. Und, das Bedienkonzept ist wirklich sehr einfach gemacht, da braucht’s keinen Blick in die Betriebsanleitung. Den braucht’s beim e-Golf zwar auch nicht, aber trotzdem empfinden wir den Kia als einfacher. Und in diesem Fall ist einfacher einfach besser.

Pluspunkt für den e-Golf

Natürlich kann man bei Kia auch die Lade- und Klimatisierungszeiten vorwählen. Aber nur im Auto direkt. Ein nahezu perfektes App fürs Smartphone oder Tablet, welches VW gegen Aufpreis anbietet, ist bei Kia nicht erhältlich. Klarer Pluspunkt für VW. Beim Nutzwert herrscht in unseren Augen Gleichstand. Der Kia ist etwas kleiner, bietet im Innenraum aber auch anständig Platz. Unschön ist die Kante im Laderaum, wenn man die Fondsitze abklappt. Aber ansonsten ist der Soul EV auch gut gerüstet. Vorne liegt der Kia beim Heizen. Die Wärmepumpentechnologie des Soul EV ist viel effizienter als das elektrische System des Golf. Die Reichweite verringert sich weniger als  beim VW. Und, es wird sehr schnell wohlig warm an Bord des Soul EV. Beim Laden der Akkus ist kaum ein Unterschied festzustellen._Kia Soul EV (1)

Kauft eine Wallbox!

Wer sich ein Elektroauto kauft sollte unbedingt eine Wallbox mit ordentlich Power zu Hause installieren lassen. An der konventionellen Steckdose dauert das Aufladen der Akkus, egal ob bei VW oder Kia, einfach zu lange. Der Koreaner braucht sich also vor dem VW nicht wirklich zu verstecken. Und trotzdem wird er ein Exot bleiben. Obwohl Kia längere Garantiefristen (7 Jahre oder 150.000 km) anbietet als VW. Aber das könnte auch gleichzeitig der größte Kaufanreiz für den Soul EV sein. Man wird ihn nicht an jeder Ecke sehen. Und, wir geben Entwarnung, es gibt den Stromer nicht nur in der Farbkombination von weißer Karosserie mit hellblauem Dach. In Österreich ist der Kia Soul EV ab Jänner 2015 erhältlich.

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