Designchef Peter Schreyers tierischer Vergleich: Tiger nose nennt er die neue Kühlergrill-Linie.
 

Testbericht: KIA Sorento 2,2 CRDi Active Pro

Kräftig, sparsam und selbstbewusst im Auftreten: Mit einem Riesensatz ist der Sorento in der SUV-Gegenwart gelandet.

01.11.2009 Autorevue Magazin

Kia Sorento, zweite Generation also: Schon der Vorgänger, 2002 präsentiert, 2007 facegeliftet, hatte ein tolles Preis-Leistungsverhältnis und war dementsprechend beliebt. Er war insgesamt ein recht komfortables und sehr gut ausgestattetes Auto mit nebenbei auch noch hervorragenden Voraussetzungen fürs Gelände, mit Kastenrahmen und Geländereduktion. Damit ist jetzt Schluss, weil man die Technik in dieser Zuspitzung eh nie braucht.

Das Konzept des Neuen ist nun voll auf der Höhe der Zeit, ein modernes, fesches SUV mit Sechsganggetriebe oder Sechsstufen-Automatik und bei etwa gleicher Größe rund 100 kg leichter. Mit einem Riesensatz ist man in der Gegenwart gelandet.

Alsdann: Ran ans Fahrzeug. Die Top-Ausstattung namens Active Pro enthält praktisch alles, samt Xenonlicht und Ledersitzen. Was es nicht gibt, ist ein Navigationssystem ab Werk, sonst ist alles Erdenkliche eingebaut bis hin zur Rückfahrkamera mit Monitor im Rückspiegel. Nur das Feld der hochgezwirbelten Assistenzsysteme überlässt man den Premium-Anbietern. Das Ambiente im Innenraum ist durchaus hochwertig, lediglich umrahmt durch viel hartes, aber sauber verarbeitetes Plastik. Die Sitze sind bis zur Schulter hinauf orthopädisch einwandfrei mit nicht übertrieben viel Seitenhalt. Allerdings zwingen dich die Kopfstützen zu einer unbequemen Haltung, weil sie zu weit nach vorne ragen. Das trifft aber nicht nur auf Kia zu, sondern auf viele neue Autos. Es ist ein Auswuchs der Sternezählerei beim Crashtest.

Das Sechsganggetriebe lässt sich perfekt schalten, wenngleich in so einem Auto auch eine Automatik sehr gut vorstellbar ist. Der funkelnagelneue 2,2-Liter-Vierzylindermotor ist jetzt ganz aus Aluminium und quer eingebaut, der Allradantrieb eine klassische Hang-on-Lösung wie bei einem Golf und den meisten anderen. Die Maschine läuft sehr leise und entwickelt ihre Kraft vorbildlich. Die 197 PS verfahren mit dem 1,8-Tonner recht souverän, und dabei bleibt auch der Verbrauch einigermaßen gering. Um die neun Liter Diesel auf 100 km – auch unter Stress. Für den Fahreindruck genügen wenige Worte: geringe Seitenneigung, gut abgestimmte Federung, klassische hydraulische Servolenkung. Wir brauchen also keine Sorge zu haben, einer Diskont-Mogelpackung aufzusitzen. Es handelt sich schlicht um ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis.

Das Auto ist ausreichend dezent, um nicht zu provozieren, was bei dieser Größe immer ein bisschen kritisch ist. Gleichzeitig wirkt es trotzdem ambitioniert, mit selbstbewussten Gesten, die aus einem sicheren Strich resultieren. Während also vielerorts über die Begrenzung von Managergehältern geredet wird, möchte man schon erwähnen, wie Peter Schreyer das ganze Unternehmen Kia über das Design nach vorne gepusht hat. Unbezahlbar dieser Mann.

Die gute Optik geht allerdings etwas auf Kosten der Rundumsicht, was bei einem Auto dieser Dimension dann schon ein wenig unbequem wird. Da hilft auch die Rückfahrkamera mit dem winzigen Abbild der Umgebung im Rückspiegel nicht wirklich weiter.

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