kia pro ceed GT weißf front vorne seite pro_ceed pro_cee'd
Der GT soll das Portfolio Kias ändern und die Marke ein wenig sportlicher machen.
 

Testbericht: KIA pro_cee’d GT

Kias erster Vorstoß ins Segment der Kompaktsportler passiert mit Bescheidenheit. Zurückhaltung, die wir so gar nicht verstehen wollen.

04.11.2013 Autorevue Magazin

Wir wissen nicht genau, welchen Fetisch der Sitzdesigner im pro_cee’d GT auslebt. Man könnte aber meinen, dass er ein spezielles Verhältnis zu Medizinbällen hat. Die Lordosenstütze presst sich kugelig ins Kreuz, die Schultern werden von ebenso rundlichen Polstern vorgespannt, das muss man mögen. Merke: Wo Recaro draufsteht, muss nicht immer perfekte Passform drinnen sein. Der eine lebt ­damit, der andere hält das nicht aus – dem vergällt der Sitz dummerweise die Freude an einem überraschend tollen Auto.

kia pro ceed GT weiß innenraum pro_ceed pro_cee'd

Überfordert? Viele Knöpfe am Lenkrad. Dafür logisch gruppiert. Sonst? Erfrischendes Interieur.

Der pro_cee’d GT will nicht als Konkurrent der harten Hamster verstanden werden.

Bislang sah Kias Portfolio für Sportsfreunde eher düster aus. Optik ja, Leistung leider nein. Der GT soll das ändern und die Marke ein wenig sportlicher machen. Vorfreude dämpft Kia komischerweise gleich selbst: Man gibt zu, dass der GT kein harter Hamster sein will (z.B. Mégane R.S. Cup), sondern als Alltagssportler mit Restkomfort verstanden werden will.

Die Mission ist durchaus gelungen:

Der Wagen wird im Verkehr wohlwollend und mit interessierten Blicken aufgenommen. Die Tagfahrlichter mit je vier LED-Spots etwa oder die Heckschürze – das hebt sich wohltuend vom Normalo ab, ohne als aufdringlich empfunden zu werden.

Motor und Getriebe:

Dem Motor traut man bei einer Blindverkostung gerne mehr als nur 1,6 Liter Hubraum zu, er steht gut im Saft, trägt das Drehmoment cremig übers Drehzahlband auf und dreht willig Richtung Begrenzer. Die Sechsgangbox ist kurzwegig und leichtgängig schaltbar, erinnert ein wenig an Ford, was als Kompliment zu verstehen ist. Die eigentliche Überraschung ist jedoch die Lenkung, eine Kernkompetenz sportlich orientierter ­Autos: gefühlsecht, präzise und ideal servounterstützt, hier hat Kia tüchtig dazugelernt. Gleichzeitig gefällt, dass sich Antriebseinflüsse weitgehend fernhalten.

Auch das Fahrwerk ist fein abgestimmt.

Frei von brutalen Schlägen, doch resch genug, um die sportliche Attitüde zu erfüllen. Kurz: Es macht Spaß, ihn im Hinterland fliegen zu lassen. Man kann sich auch gefahrlos bei abgeschaltetem ESP (leider nicht mehr selbstverständlich heute) von der Güte des Fahrwerks überzeugen: lange neutral, bei Übermut dezentes Untersteuern, beim Lastwechsel darf’s auch gerne ein kleines Rutscherl über die Hinterachse sein. ­Immer kontrollierbar, frei von Tücken.

Konfigurieren Sie sich Ihren Kia pro_cee’d GT auf autogott.at

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema