Kia Cee´d Ceed SW Kombi Testbericht
Der Kombi ist der rechte Haken Kias für die deutsche Konkurrenz.
 

Testbericht: KIA Cee´d SW

Beflissen, gescheit, fesch. Wer fragt da bitte noch nach Sportlichkeit?

29.03.2013 Autorevue Magazin

Selbst wenn bei den Kompaktkombis mehr das Kopf- als das Bauchgefühl die Kaufentscheidung dominiert, freut man sich doch, wenn man etwas fürs Herz geboten bekommt. War schon der erste Kia cee’d ein rollender Beweis dafür, wie ernst es den Koreanern ist, den europäischen Markt zu erobern, legt der aktuelle noch eins drauf – ganz besonders bei der Optik. Es muss jetzt also nimmer zwangsläufig das Bestpreisangebot sein, das einen in den Schauraum lockt. Denn eigentlich ist der Kia cee’d ein waschechter Europäer: Chefdesigner Peter Schreyer ist Bayer, das Kia-Designstudio steht in Frankfurt, gebaut wird der cee’d im slowakischen Zilina. Und das merkt man auch. Er befindet sich auf Augen­höhe mit der etablierten deutschen Konkurrenz.

Schreyer hat der kompletten Modellfamilie einen eigenständigen Auftritt verpasst, ­besonders an der Front gibt’s keine Verwechslungsgefahr mehr. Über die bis über das Radhaus gezogenen Scheinwerfer kann man diskutieren, unbestritten verleihen sie dem Kia cee’d einen mächtigen Auftritt im Rückspiegel des Vordermanns. Das muss anscheinend so sein, denn der wahre Charakter des Autos ist völlig anders: hätscheln statt rüpeln.

Active Pro steht bei Kia ­traditionell für Vollausstattung, es befindet sich mit Ausnahme des Navigationssystems wirklich alles, was man braucht, an Bord – und so einiges, was uns nie abgehen würde: Der Fahrspurwarner funktioniert zwar einwandfrei, ist aber (wie überall anders auch) echt entbehrlich. Er lässt sich per Knopfdruck verabschieden und bleibt auch beim neuer­lichen Starten des Autos schweigsam: So gefällt uns das – und viele andere ­Details, auf die die Konkurrenz gern vergisst. Das Armaturenbrett des cee’d ist hübsch durch­gestylt, dabei auch ergonomisch vom Feinen. Einen ­besseren Ort für USB- und AUX-Schnittstelle als vorne in der Mittelkonsole gibt es einfach nicht, das davor liegende Fach ist für größere Smart­phones und Brieftaschen pas­send. Alle Türtaschen nehmen 1,5-Liter-Flaschen auf, ohne dass die Cupholder gestrichen worden wären. Dienst am Kunden, könnte man sagen. Selbiges im Heckabteil: Trennnetz und Schienen sind serienmäßig an Bord, die ­Ladekante angenehm niedrig.

Bleibt das Fahren: Die in Unterstützungskraft dreifach verstellbare Servolenkung ­haben wir stets in der Normal-Stellung gelassen, die uns am ausgewogensten erschien. Fahrwerkseitig ist der Kia auf der komfortablen Seite zu Hause, was auch für den Antriebsstrang gilt. Das Doppelkupplungsgetriebe fühlt sich in Sachen Schaltzeiten wie eine Wandlerautomatik an, der ­Direkteinspritzer ist ein unauffälliger, höhepunktfreier Zeitgenosse. Unglücklich ist die Vermählung der beiden: Die Box schaltet im Sinne des Spargedankens schon dort, wo der Motor noch nicht im Saft steht. Das macht die Beschleunigung – nun ja – überschaubar. Ein Diesel oder ein turbogeladener Benziner würde sich hier besser einfügen. Immerhin lässt sich so manche Situation in der manuellen ­Kulisse oder mit den serienmäßigen Schaltwippen retten.

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