Kia Carens 1,6 CRDi Active Pro dyn links
Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, heißt es. Hier schon!
 

Testbericht: KIA Carens

Tüchtig und hilfsbereit, genügsam und dankbar.

27.04.2011 Autorevue Magazin

Der Carens ist Kias Beitrag in der Klasse der Kompaktvans – also der Viereinhalb-Meter-Kategorie, wo die Siebensitzer beginnen. Nun könnte man meinen, dass es sich hier um die praxisorientierte, schmähfreie Zone handelt, was man jedoch angesichts der Neu­erscheinungen in diesem Segment (Ford C-Max, Mazda 5) so nicht stehen lassen darf. Denn auch wo es vordergründig um reinen Nutzwert geht, gibt es Potenzial für optisch ­anspruchsvolle Lösungen.

Um am Puls der Zeit zu bleiben, hat Kia dem Carens eine Modellüberarbeitung spendiert. Äußerlich macht sich das nur dezent bemerkbar – besonders augenscheinlich wird es am neuen Kühlergrill. Der Rest wirkt verglichen mit den jüngst erschienenen Kia-Modellen optisch schon ein wenig graumeliert. Was man aber durchaus als Zeichen der Reife interpretieren kann.

Richtig heftig hingegen wurde unter der Haube operiert: Der ­bekannte Zweiliter-Diesel musste weichen, stattdessen hat man – ganz im Sinne des Downsizings – einen 1600er-Commonrail-Turbodiesel mit variabler Schaufelgeometrie implantiert. Im ­Falle des Fünfsitzers leistet er 116 PS. Ordert man den ­Carens als Sieben­sitzer (500 Euro Aufpreis), ­leistet der ­Motor pro zusätzlich möglichem Fahrgast sechs PS mehr, gesamt also 128 PS. Jetzt soll noch einer behaupten, die ­Koreaner pflegten keine originelle Modell­politik.

Den Verlust von 400 Kubikzentimetern spürt man im Fahrbetrieb nicht, stattdessen erstaunt, wie mächtig sich der ­kleine Motor um Beschleunigung bemüht. Nicht, dass jetzt übermäßig sportliche ­Gefühle aufkommen würden – derlei wird durch die indirekte Lenkung und das untersteuernd komfortorientiert abgestimmte Fahrwerk ohnehin unterbunden. Man ist schlicht solide motorisiert, auch der Verbrauch mit glatten sechs Litern geht durchaus in Ordnung.

Die große Stärke des ­Carens ist, dass er einfach funktioniert, wie er soll. Es wird ohnehin immer seltener, dass einen ­Autos nicht mit irgendwelchen Assistenten belästigen. Hier: Alles findet sich dort, wo man intuitiv hingreift. Anständiges Beladen (bis zu 2106 Liter) mittels durchdachtem Klappmatismus (und intelligenten Staufächern). Und das dank­bare, pflegeleichte Leder gibt es im Active Pro als Zuckerl serienmäßig.

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema