Jaguar XF dyn voli
Ein kleines Facelift.
 

Testbericht: Jaguar XF 2,2D

Eine neue Welt bei Jaguar: unüblich wenige Zylinder.

10.10.2011 Autorevue Magazin

Ein Jaguar mit vier Zylindern. Das ist zwar beim Fahren eher egal (dazu später), für Jaguarfans aber ungefähr so, als hätte die Queen zwei Trakte des ­Buckingham Palace wegsprengen lassen.

Das war der Absatz für unerbittliche Jaguar-Fans, denen freilich weiterhin der Wagenschlag des XF 3,0 V6 Diesel offen steht, bei den Benzinern beginnt die heimische Palette ohnedies erst beim 5,0-l-V8.

Für die nicht ganz so unerbittlichen Fans gibt’s jetzt einen XF, der bei 47.900 Euro die ­Türen öffnet, das sind gut 7.000 weniger als bislang. Weil auch Jaguar das Spritsparen (Flottenverbrauch!) mit zukunftstauglichem Ernst verfolgt, ist handfestes Down­sizing auf 2,2 l angesagt: Mit 190 PS und 450 Nm liegt der Motor noch immer auf Augenhöhe mit der gehobenen Mittelklasse, und so fährt er sich auch, also freudig trotz der 1745 kg Wagengewicht, mit satten ­Reserven beim Über­holen, hat sich die Achtgang-Automatik erst im korrekten Gang ein­justiert – und wer diese Sekunde nicht abwarten mag, kann per Lenkradpaddles vorausschalten. Die Performance ist also jaguartauglich, und sechs Zylinder gehen bestenfalls beim Sound ab: Vor allem nach dem Kaltstart klingt der XF dezent nach Vierzylinder, danach tritt die Geräusch­kulisse in den Hintergrund, wo sie auch bleibt. Einzig echter Schwachpunkt: Beim Wegbeschleunigen aus dem Stand legt der Motor trotz Vollgas sehr schaumgebremst los, unangenehm, wenn man eher flott eine Kreuzung verlassen mag.

Darüber hinaus ist die Achtgang-Automatik völlig über Kritik erhaben, sie surft sanft durch die Gänge, fehlerfrei agiert auch die Start/Stopp-Automatik. All die Maßnahmen drücken den Verbrauch auf ein ganz neues ­Niveau: 6,7 l/100 km bei zugegeben eher gemächlichem ­Reisetempo müssen trotzdem nicht gegen Charakter und ­Niveau des XF aufgerechnet werden, um zu glänzen.

Der Charakter wurde mit dem jüngsten Facelift vor allem an der Front geschärft, die im allgemeinen Trend ergrimmt. Leder zieht sich bis ans Armaturenbrett, ist aber an den Sitzen ebenso aufpreispflichtig wie nötig. Holz, Chrom, Alu sind perfekt verteilt, die versammelte Hochwertigkeit des Interieurs wirkt wie natürlich gewachsen, elegant bis zur ­letzten Naht, und aus keinem Blickwinkel keimt Kitsch-Verdacht.

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