Infiniti M35h dyn links
Alle reden über Hybrid. Infiniti überholt quasi rechts.
 

Testbericht: Infiniti M35h GT

Eine sehr reife Hybrid-Limousine, quasi aus dem Stand weg.

01.10.2011 Autorevue Magazin

Am auffälligsten an Infiniti ist die Unauffälligkeit. Vor allem in unseren Breiten. Seit Marktstart vor gut einem Jahr wurden von der Nissan-Luxusmarke bisher 56 Autos verkauft, zwei davon waren M-Modelle. Dem exotischen Spätankömmling ist jetzt allerdings etwas Auffälliges gelungen: Eine gereifte Voll-Hybrid-Limousine auf den Markt zu bringen, deren Preisdifferenz zu vergleichbaren Alternativen mit Verbrennungsmotor man weniger erschreckend, sondern angemessen findet.

Mit knapp unter 62.000 Euro ist die üppig ausgestattete M-Limousine als V6-Benzin-Hybrid nur tausend Euro teurer als der Sechszylinder-Diesel, dem er in Sachen Spritökonomie und Antrittsschärfe am nächsten steht. Denn wie der 68-PS-Elektromotor seine 270 Nm vor allem im unteren Drehzahlbereich zur Unterstützung zureicht, ist eine erfreuliche Sache, die dem Souveränitätsbedürfnis von Großlimousinen-Fahrern entspricht. Das besonders Schöne dabei: Die Kraft entfaltet sich mit der ruhigen, seidigen Charakteristik eines Sechszylinder-Benziners (3,5 Liter, 306 PS) und wird von der reaktionsschnellen und unterbrechungsfreien Schaltfolge einer Siebengangautomatik getragen. Letzteres hat mit dem gewitzten technischen Hybrid-Arrangement zu tun, das Nissan entwickelt hat: Eine zweite Kupplung am E-Motor wurde in das Getriebegehäuse integriert und ersetzt damit den Drehmomentwandler.

Wenn der Druck am Gas­pedal dann nachlässt, wird über die Kupplung auf der anderen Seite des E-Motors der V6 völlig abgekoppelt und der M35h geht in eine Art rein elektrischen Gleitflug über, wobei das Weg- und Wiederzuschalten akustisch kaum auffällt, so gut wie der M gedämmt ist. Rein elektrisch fährt der M35h auch an, und dieses lautlose Gleiten ist überhaupt ein Hammer. Beim Ein- und Ausparken ist dieses Leisesein fantastisch. Und ungefährlich, denn bis 30 km/h warnt ein bei Star Trek entlehnter, in der Frequenz veränderlicher Ton Fußgänger vor dem Nahen des Autos. Nur an der Kreuzung verreibt die Leichtfüßigkeit an der Nervenbelastung, weil die Kolonne hinter einem für Ressourcenschonung meist nichts übrig hat.

Was man sich spart, holt man sich aber ohnehin eher beim elektrischen Mitgleiten im Verkehr: Bis zu einem Viertel einer Teststrecke haben wir rein elektrisch geschafft, was in Summe einen Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern ergab. Bei einer kombinierten Systemleistung von 364 PS immerhin.

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