Infiniti FX30d stat hinten
 

Testbericht: Infiniti FX30d

Mit kurzer Aufpreisliste, langer Motorhaube und neuem Diesel.

30.08.2011 Autorevue Magazin

Das SUV-Segment boomt, ­allerdings eher bei den Kompakten. Da gehört die FX-­Reihe so ziemlich genau nicht hin. Boomen ist für Infiniti – zumindest in Europa – aber vorerst ohnehin nicht drin. Man arbeitet noch daran, überhaupt wahrgenommen zu werden, und bis zu ­einem Bekanntheitsgrad von (eh nur) Lexus ist es noch ein weiter, weiter Weg.

Er ist unter anderem so weit, weil Infiniti nichts originär Neues anbietet. USP ist eine sehr vollständige Serienausstattung im Rahmen verträglicher Preise. Das ist zwar super, aber technologisch kaum innovativ. Die Themenführerschaft von Audi und ­anderen ist nicht in Gefahr.

Die Autos sind aber zweifelsohne gut gemacht. Herausragendes Beispiel dafür ist der FX schon deswegen, weil er als weitaus teuerster Infiniti das eigentliche Aushängeschild der Nissan-Nobelmarke ist. Sozusagen der Infiniti schlechthin.

Man spürt in jedem Detail, wo dieses Autos Leib- und ­Magenmarkt ist. Von der ebenso schneidigen wie eleganten Karosserie bis zur vergleichsweise robust geratenen Ar­maturenlandschaft ist alles auf den amerikanischen Geschmack abgestimmt, schulterklopfend, hemdsärmelig und wohlhabend, also insgesamt sympathisch uneuropäisch.

Infiniti FX30d stat hinten

Die Marktchancen hier sollen mit dem neu entwickelten Dreiliter-Diesel von Renault-Nissan erhöht werden. Auch dieser robust, klingt im Leerlauf ein bissl wie die Fähre zwischen Zadar und Dugi Otok, erbraust orchestral beim Hochdrehen, wird aber, ist man einmal im Schwunge, sehr kultiviert und leise – feines Autobahnauto.

So sportlich, wie der FX30 aussieht, lässt er sich auch ­fahren, der Diesel zieht das 2150-Kilo-Auto in knapp über acht Sekunden auf Hundert. Die serienmäßige elektronische Dämpfungsregelung (zwei Programme: normal und sportlich) macht in Verbindung mit der Hinterrad­lenkung das große Auto überraschend wendig und agil.Der Preis: jenseits zehn Liter Verbrauch.

Die Ausstattungsvollständigkeit in der höchsten Stufe S Premium inkludiert auch eine gewisse Bevormundung, so muss man etwa den dauerpiepsnervenden Spurwechselwarner nach jedem Start extra ausschalten. Soll uns aber nichts Ärgeres passieren im Leben.

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