Hyundai Santa Fe Test
Gute konfektion in Gestalt und Verarbeitung und Praktikabilität.
 

Vorstellung: Hyundai Santa Fe

Und wieder ein fehlerfreies Mid-Size-SUV, diesmal von Hyundai. Hoffentlich kommen bald die Chinesen und sorgen für etwas Unterhaltung.

04.10.2012 Autorevue Magazin

Der erste Gedanke ist: Mercedes. Sind es die Scheinwerfer, ist es die wuchtige Frontpartie, ist es das Unterbewusstsein, das aus dem H schon einen Stern formt? Wohl alles zusammen irgendwie. Wobei: Sollte hier gekupfert worden sein, dann äußerst subtil und moralisch kaum relevant. Doch die Assoziation stimmt und mag gewollt sein: Hyundai geht den Weg, der steil bergan führt. Das Ziel ist schon in Sichtweite.

Aktueller Streich ist der Hyundai Santa Fé in seiner dritten Generation. Er wird mit großem Zeremoniell und mehreren Schritten so in die Öffentlichkeit gebracht, dass schließlich jeder es mitkriegen müsste. Im Mai durften wir drinsitzen, jetzt konnten wir ausfahren. Im September dann kommt das Auto nach Österreich und in den Verkauf. Dann darf ­jeder ausfahren.

Was es kosten wird und welche Ausstattungen zu haben sind, ist noch Betriebs­geheimnis. Dazu aber zwei ­Gewissheiten: Der Santa Fé wird bei detaillierter Rechnung günstiger sein als die ­direkte Konkurrenz der Mittelklasse-SUVs. Und er wird, ­analog zum steigenden Selbstbewusstsein der Marke, nicht so viel günstiger sein, wie wir das vielleicht gewohnt sind. Die wissen mittlerweile, dass sie ihre Autos nicht verschleudern müssen (in der Tat gibt es dort auch die geringsten bzw. keine Nachlässe mit dem Argument eh schon knapper Kalkulation).

Das bissl Image, das noch fehlt, macht den Preisunterschied aus, und je weniger wichtig das Image angesichts knapper werdender persönlicher Ressourcen ist, desto geringer wird der Preisunterschied zum Establishment sein, bis er schließlich ganz verschwindet – spätestens, wenn die Chinesen mit ihren Autos kommen und man selbst zum Establishment gehört.

Wir fuhren den starken Diesel, 197 PS aus vier Zylindern. Der Eindruck: gute ­Geräuschkulisse, nämlich ­wenig davon. Braver Antritt – wobei allerdings brav im Sechsganggetriebe sortiert werden muss, bei untertourig geht wenig –, schönes Gleiten bei 160 auf der Autobahn. Der Santa Fé in dieser Konfiguration ist ein feines Autobahnauto, also Reiseauto, eher komfortabel als knackig, jedoch keineswegs bamstig. Die Entwicklung der Marke in Richtung Premium ist bei den Fahrwerken am deutlichsten spürbar.

Ein dringendes Extra: Flex Steer-System, das den Widerstand der Lenkung zwischen Sport (schwer), Normal und Comfort (sehr leichtgängig) einstellt. Comfort ist unserer Meinung nach am lustigsten. Dann wären da noch die sehr guten Sitze, eine Fülle an rutschfesten (!) Ablagen und Assistenzsystemen (vollautomatisches Einparken etc.) und die Erkenntnis, dass sich der Santa Fé praktisch keine Blößen gibt. Auf dem Weg nach oben soll nichts falsch gemacht werden, weil Zurückrollen schafft Kosten, und wenn’s nur ein paar Millimeter wären.

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