Vorstellung: Hyundai ix35

Sprung vorwärts ohne Deckung. Das Drängen nach oben und die Europäisierung eines SUV.

26.03.2010 Online Redaktion

Jetzt mistet Hyundai die klingenden ­Namen aus und vervollständigt den Übergang zu alphanumerischen Bezeichnungen. Man darf das durchaus als ­Statement verstehen, zumal auch die deutschen ­Premiummarken ihre Modell­reihen nach Zahlen und Buchstaben sortieren. ­Tucson ist Geschichte, das Auto heißt jetzt kurz und bündig ix35. Das ist hart dran an der BMW-Nomenklatura, aber in München sieht man ­nobel darüber hinweg oder hat gerade andere Sorgen.
Wie mittlerweile das gesamte Segment der Kompakt-SUVs von Gatsch zu ­schickem Styling und vor allem präziser Onroad-Fahrdynamik fort­geschritten ist, hat nun auch Hyundai die designfreie Zone verlassen. Und wie! Eigentlich schon fast übertrieben mit der fetzigen Doppel-Z-Linie in der Flanke und Chromrändern um die Nebelscheinwerfer. ­Jedenfalls wird man mit dem ix35 von Ludmerfeld kommend nicht mehr die Furt durch den Laabenbach nehmen, um den Weg zur Bundesstraße abzu­kürzen, was in ­einem ­Tucson das Selbst­ver­ständ­lichste der Welt gewesen ist. Auch objektive Kriterien spiegeln den gestalterischen Ansatz wider: mehr Radstand (+10mm), deutlich mehr Länge (+85mm) und geringere Höhe (–20mm) lassen den ix35 um ein Eck dynamischer aussehen als seinen Vorgänger.
In Sachen Cockpit-Ergonomie leistete man sich keine Schwächen, die blauweiß beleuchteten Instrumente kann man mögen oder nicht. Die Schalter am Lenkrad sind unaufdringlich und vernünftig angeordnet (links ­Audio, rechts Tempomat). Für Verweigerer von Radioprogrammen findet sich in der Mittelkonsole serienmäßig eine USB-/AUX-Schnittstelle.
Als Motorisierung stehen ein 2,0-l-Turbodiesel in zwei Leistungsstufen (136 oder 184 PS) und ein ebenso großer Benziner mit 163 PS zur Auswahl. Letzterer reicht das Drehmoment über ein ­manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe weiter, beim Diesel dürfen es sechs Gänge, im Falle des stärkeren Diesels wahlweise auch eine Sechsgang-Automatik sein.
Ab September kommen noch ein 1,7-l-Diesel (115 PS) und ein 1,6-l-Benziner (140 PS). Zum eleganteren Auftreten des ­neuen Hyundai wäre ein ottomotorischer Antrieb nicht ­unpassend, aber leider ist das ­Aggregat schon bei gemäßigtem ­Autobahntempo akustisch deutlich wahrnehmbar.
Der Allradantrieb wird von einer ­elektronisch gesteuerten Lamellenkupplung gemanagt, die abhängig von Gas­pedalstellung, Lenkwinkel und Schlupf bis zu 50 Prozent des Antriebsmomentes der Hinterachse ­zuteilt. Zur Befreiung aus prekären Situationen lässt sich per Knopfdruck eine Längssperre aktivieren, die ab 40 km/h ­automatisch wieder aufgehoben wird. An der Hinterachse gibt es, wie in dieser Liga ­üblich, keine Diffe­renzial­sperre, aktiver Bremseneingriff ­simuliert eine solche falls erforderlich. Wem das alles zu aufwändig erscheint, der kann den ix35 übrigens als reinen Fronttriebler ordern und ­damit 2.000 Euro sparen. Berg­anfahrhilfe, Berg­ab­fahr­­as­sistent, ESP und das volle ­Sicherheitsprogramm sind ab der Basisausstattung serien­mäßig an Bord. 

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema