Hyundai i30 Coupé Premium 1,6 CRDi front
Während Kia eher in die sportliche Richtung geht, übt sich Hyundai in Premium-Anmutung.
 

Testbericht: Hyundai i30 Coupé Premium 1,6 CRDi

Man könnte dem i30 Coupé eine gespaltene Persönlichkeit unterstellen. Wollen wir aber nicht, denn es kommt besser als erwartet.

22.08.2013 Autorevue Magazin

Es gibt Autos, die einen richtig anspornen – und solche, die einen beruhigen. Das Hyundai i30 Coupé kann beides zugleich. Zum einen ist da die Optik: Der Name Coupé ist für einen herkömmlichen Dreitürer vielleicht ein bissl dick aufgetragen, dennoch setzt er sich mit allerlei sportlichem Dekor von seinem fünftürigen Bruder ab. Der geschwärzte Kühlergrill samt den ausgelagerten LED-Tagfahrleuchten lässt den i30 richtig giftig dreinschauen – dabei ist er in seinem Wesen das genaue Gegenteil: Er entschleunigt einen.

Das Hyundai i30 Coupé verströmt Premium-Flair

Schon beim Annähern, wo er höflich Türgriffe und Boden beleuchtet sowie die Ohren (Rückspiegel) ausfährt, wird man von dieser speziellen Aufmerksamkeit eingenommen. Die riesigen Türen schließen mit einem soliden Ploppen – der hohe Level der Verarbeitung zieht sich auch durch den Innenraum. Das Armaturenbrett ist ident mit dem des Fünftürers – was jetzt freilich nicht besonders sportlich ist. Dafür: ergonomisch untadelig und mit einer erstaunlichen Anzahl an Ablagen versehen. So man das Kreuzerl beim ­Luxussitzpaket (1.390 Euro) gesetzt hat, darf man sich über üppig geschnittene Ledersitze freuen.

Hyundai i30 Coupé Premium 1,6 CRDi gurthalter

Diese Art Dienstbarkeit tritt auch beim Fahren in den Vordergrund. Der Hyundai ist ein feiner Butler, aber gewiss kein Sportler: Die Lenkung ist dreistufig in der Unterstützung einstellbar, fühlt sich aber in jedem Fall elektrisch-künstlich an. Der Motor ist akustisch gut ausgesperrt und nur bei extremer Kälte in der ersten Minute nach dem Starten deutlich als Diesel zu erkennen, danach verleugnet er sein Arbeitsprinzip: vom Antritt her sauber, aber eben ohne Höhepunkt. Lieber surft man auf der Drehmomentwelle und springt durch die Gänge. Apropos Getriebe: Müsste man nicht ab und zu den Retourgang einlegen, wäre die Sechsgangbox frei von Tadel.

Logisch auch, dass das Fahrwerk komfortabel abgestimmt ist. Und es fühlt sich ausgewogen an: Die Summe seiner Eigenschaften verströmt eine Gelassenheit, dass man sich irgendwann selbst auf der rechten Autobahnspur beim Dahingleiten erwischt – und die Erkenntnis reift, dass die stressige Heizerei eh nix bringt.

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