hyundai i30 1,6 crdi premium front
„Alles wirkt mit Sorgfalt zu Ende konstruiert.“
 

Dauertest-Abschluss: Hyundai i30 1,6 CRDi Premium

Ein Jahr in aller Selbstverständlichkeit hinterlässt eine markante Schlussbilanz: Gut so!

15.08.2013 Autorevue Magazin

Hätte die Golfklasse nicht schon einen Namensgeber, dann böte sich der Hyundai i30 glatt an.
Das ist jetzt ein bisserl eine provokante Ansage, allerdings eher insofern, als sie auf Tra­ditionen keinerlei Rücksicht nimmt. Zielt man hoch aktuell auf Urmeter-Tauglichkeit in vielen Disziplinen, dann landet man tatsächlich mitten im Wesen des i30, und wir streuen diese Aussage nicht leichtfertig ein: Immerhin ­haben wir ein ganzes Jahr mit und im i30 verbracht, haben ihn über kurze und weite Strecken gelenkt und sind ihm innerlich völlig rund wieder entstiegen. Kurzfassung der Meinungen, die abzurufen waren: Pflegt den feschen Auftritt, bringt alles mit, was mitgebracht werden soll, ist souverän motorisiert, wirkt unerschütterlich solide. Wer was scheppern hören will, muss schon ein paar CD-Hüllen patschert in den Tür­taschen ablegen und auf grimmige Dröhnfrequenzen hoffen, die allerdings auch eher nie auftreten.

hyundai i30 1,6 crdi premium schiebedach

Das Glasdach (Extra) kann per Rollo verdunkelt werden.

Überhaupt, die Qualität des Hyundai i30

Während der Testdauer war kein einziger Defekt zu beklagen, kein Ausfall, kein außerplanmäßiger Werkstattaufenthalt, wobei auch die planmäßigen zu den raren Ereignissen zählen: Das erste Service wird bei 30.000 km oder nach zwei Jahren fällig, derlei gibt einen guten Querverweis zu Hyundais 5-Jahres-Garantie.

“Das ideale Auto, um im Alltag unterzutauchen: unauffällig, aber nicht öd.” Johannes Gasser

Selbst der Auffahrunfall, der den Hyundai ereilte, war mit einer schlanken Notiz im Fahrtenbuch abgehakt: „Kennzeichenhalterung gebrochen“, die Reparaturkosten bewegten sich im Cent-Bereich und wurden nicht aktenkundig bei der Versicherung.

Man sieht also nach einem Jahr deutlich, dass es verdammt schwer ist, diesem Auto irgendwas Negatives nachzusagen.

Das gelingt auch beim Design nicht, das sich übers Jahr keinen Millimeter abgenutzt hat und noch immer modischer ist als der betont geradlinige Golf (und daher wahrscheinlich früher un­modisch wird, aber egal): Schwünge, Kurven und Lichtkanten sind ebenso angesagt wie vorhanden, und die Proportionen dahinter sind aus­gewogen und harmonisch.
Die Linien stammen übrigens aus Europa, konkret: aus dem ­Hyundai-Designstudio in Rüsselsheim, und erzeugt wird der i30 im tschechischen ­Kosovice, koreanisch ist die Technik.

“Gutes Auto, aber fad. Er war da, jetzt ist er weg. Schade zwar, doch nicht traurig.” Wolfgang Hofbauer

Auch beim Drinsitzen fühlte sich der i30 ein Jahr lang sehr europäisch an, also tauglich für alle Körpermaße. Vorne ist das Platzangebot souverän, hinten wird’s nur für die Frisuren Großgewachsener etwas knapp, wenn man das Glasschiebedach geordert hat. Langstrecken sind ermüdungsfrei zu absolvieren, und am Komforteindruck spielt auch die ­Federung mit: Alles wirkt mit Sorgfalt zu Ende konstruiert und auf Alltagstauglichkeit ­abgestimmt, was man nicht von allen modernen Fahr­werken behaupten kann.

“Alles richtig gemacht, dabei vertraut wie ein langjähriger Freund.” Christian Seidel

Noch immer grummelt der Motor ein wenig im Leerlauf, vor allem nach dem Kaltstart.

Fährt man, dann zieht er sich akustisch in eine gut wattierte Beiläufigkeit zurück, bleibt beim Beschleunigen aber zuvorkommend und gut gelaunt. Große Empfehlung also, und nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Dieselpalette des i30 bei 90 PS beginnt. Der Verbrauch, bis zum Dauertest-Zwischenbericht bei 6,2 l/100 km stabilisiert, ist zum Testende auf 6,5 Liter geklettert. Das ist nicht dramatisch, aber doch etwas höher als gewohnt (wobei den hohen Stadt­anteil eine Teilschuld treffen dürfte).

Bleiben noch zwei Fragen zu beantworten.

Erstens: Was kostet der Kilometer i30? Zweitens: Was war mit der ­Alkoholgeruch-Andeutung im Dauertest-Zwischenbericht ­gemeint? Zweitens ist schnell erklärt, es war beim Transport eine Flasche zerbrochen, und der Geruch bleibt am längsten. Aber auch nicht so lange, um am Dauertestende wertmindernd auf den i30 zu drücken.
Von den samt Extras in­vestierten 29.380 Euro sind jetzt noch 19.230 übrig. So werden aus 16,7 Cent Betriebskosten pro Kilometer 56,8 Cent mitsamt Wertverlust. Ein Ergebnis, unauffällig fröhlich wie der Hyundai i30 selbst.

Hier finden sie den Dauertest-Einstieg des Hyundai i30.
Hier finden sie den Dauertest-Zwischenbericht des Hyundai i30.

 

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