Hyundai i30
Der Hyundai i30 positioniert sich ernsthaft gegen den VW Golf.
 

Vorstellung: Hyundai i30

Forsche Attacke auf Golf und Co: noch vernünftiger und ein bisschen Mehrwert dazu.

29.03.2012 Autorevue Magazin

Die Koreaner mischen mittlerweile nicht nur die SUV-Szene kräftig auf, sondern zeigen jetzt auch Golf und Co, dass man voll dabei ist. Obwohl: Dem Golf, dem europäischen Kompakt-Kaiser, wird der neue i30 wohl noch am wenigsten anhaben können, denn im Grunde setzt man sich dort fest, wo bisher Opel war und vielleicht auch Ford, jedenfalls charakterlich. Keine technologischen Heldentaten, aber saubere Maßarbeit, keine Rekorde, aber eine gewissenhafte Erfüllung eines höchstmöglichen Prozentsatzes an Kundenwünschen. Im Grunde passiert hier das, was die Japaner vor Jahrzehnten so erfolgreich machte: Mehr Auto fürs gleiche oder sogar ein bissl weniger Geld. Im Detail sieht die Strategie natürlich etwas anders aus: Während Toyota in den letzten Jahren etwas von unserem Geschmack ­weggedriftet ist, passt sich Hyundai sehr gewissenhaft dem euro­päischen Verständnis an, und man sagt das auch nicht ohne Stolz: Engineered in Germany (Rüsselsheim!), produced in Czech ­Republic.

Aber jetzt zum Auto: Der neue i30 ist die logische Fortsetzung seines Vorgängers. Er ist eine Spur größer als ein VW Golf und versucht in jedem Detail auch ein bisschen mehr zu bieten, jetzt nämlich auch beim Kofferraum. Wurden beim Vorgänger noch 340 Liter angegeben (Golf 350 l), sind es nun 376 Liter. Das nur als Beispiel stellvertretend für viele Punkte.

Die Qualitätsanmutung ist tadellos, stellenweise schafft man es auch hier, ein bisschen mehr Emotion zu übersetzen als beim deutschen Vorbild. Und eines hat man erkannt: Das Lenkrad ist das, was man dauernd in der Hand hat, ­weshalb man dem Lenkgefühl ­besondere Aufmerksamkeit zukommen ließ. Die elektrische Servolenkung ermöglicht die Wahl zwischen drei verschiedenen Charakteristiken bei allen Ausstattungsvarianten außer beim Basismodell. Braucht man nicht unbedingt, ist aber doch eine nette Möglichkeit.

Hyundai i30

Auch antriebstechnisch hat man die breite Masse der „vernünftigen“ Autofahrer im ­Visier. Der Saugbenziner wirkt auch in der stärksten Version mit 135 PS nicht sehr tempe­ramentvoll, 164 Nm Drehmoment haben es mit dem Gewicht mal langer Übersetzung nicht leicht.

Freudvoller lässt sich da schon der Diesel mit 128 PS und 260 Nm Drehmoment bewegen. Beide Motoren laufen jedenfalls sehr ruhig und vibrationsarm. Da sieht man schon, wo gespart wird: Dynamik ist kein großes Thema. Beim Verbrennungsmotor wird bei Hyundai Dienst nach Vorschrift gemacht (Hybrid ist nur für die USA ein Thema, dafür will man schon 2015 mit der Wasserstoff-Brennstoffzelle in Serie gehen).

Fahrgestell und Federung arbeiten tadellos. Sicherheitstechnisch ist kein Fauxpas zu erwarten, die teuerste ­Variante enthält auch einen Knieairbag. Die Ausstattung ist schon beim Basismodell anständig, aber eines fällt auch auf: Feine Dinge wie Leder, Xenon, Navi und Smart Key sind nur in der teuersten ­Variante erhältlich, womit man sich bei guter Ausstattung schon selbstbewusst in der 25-Tausender-Region bewegt.

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema