Opel

Großes Theater: Designer erklären ihre Marke

Designer arbeiten in einem Spannungsfeld aus Ansprüchen, weswegen Serien nicht liefern, was Studien versprechen. Ein Blindtest.

Veröffentlicht am 23.02.2015

Crashtestbedingungen, Gleichteilestrategie, Aerodynamik, Preisdruck, Kundenerwartungen zwängen jeden Hersteller in ein Korsett, das es Designern kaum erlaubt, Luft zu holen. Trotzdem gibt es bei jedem Facelift und jeder Retusche derart kunstvolle Erklärungen, dass man sie am liebsten ins Feuilleton der „Süddeutschen“ geben würde. Kein Wunder, ist der Job der Designer doch ihre Passion. Diese geht auf dem Weg zum Kunden aber ­gerne mal verloren. Beweise? Bitte sehr. Hier ein Blindtest. Designer erklären ihre Marke. Bitte ordnen Sie den Zitaten eine Marke zu (Lösung: unten):

1) „Für uns Designer ist es faszinierend, Parallelen und Transfer zu schaffen. Wir kommen im Studio ­wieder mehr in eine Bauhaus-Philosophie hinein, die den Austausch der Disziplinen forciert. Da müssen wir ran, wenn wir Avantgarde sein wollen und weiter auf Design-Leadership setzen.“

2) „Wer unsere Autos anschaut, spürt auf Anhieb die emotionale Komponente: ,Wow, tolles Design!‘ Die ­starke technologische Substanz erschließt sich dann auf den zweiten Blick. Hier liegt unser Alleinstellungsmerkmal. Wir wollen die emotionale deutsche Marke sein!“

3) „Ich muss die Verbindung zwischen Emotion sowie Sinnlichkeit und Rationalität sowie Machbarkeit herstellen. Das eine geht ohne das andere nicht. Wir brauchen die Phantasie, die Magie und die Inspiration, wir brauchen die Technik, die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit bei der Gestaltung und Konstruktion unserer Autos, um als Unternehmen weiter zu leben und weiter wachsen zu können.“

4) „Generell geht es beim Design in Richtung Klarheit, Reinheit und hin zu organischen Formen, die auch für Nachhaltigkeit stehen.“

5)  „‚Soul of Motion‘, die Seele der Bewegung, meint diesen kurzen, gespannten Moment, in dem etwa eine Raubkatze aus völlig versunkener Bewegungslosigkeit in einen unglaublichen Sprint losstürmt. Das Auto steht, aber man erkennt die ungeheure versammelte Bewegungsenergie. Diesen Moment versuchen wir, mit unseren Autos einzufangen.“

1) Wolfgang Egger, damals noch Audi 2) Mark Adams, Opel 3) Laurens van den Acker, Renault 4) Kai Sieber, Mercedes Lkw 5) Kevin Rice, Mazda


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