Geisterfahrerstatistik 2017: Kräftiger Anstieg

409-mal ging es im Jahr 2017 in die falsche Richtung auf Österreichs Autobahnen – und damit wurde erstmals seit 2010 wieder die “Schallmauer” von 400 überschritten.

05.02.2018 Online Redaktion

Laut der Ö3-Verkehrsredaktion musste 2017 exakt 409-mal das Programm für eine Geisterfahrermeldung unterbrochen werden, was ein beachtliches Plus von 13 Prozent gegenüber 2016 (363 Falschfahrer) brachte. 13 Geisterfahrten endeten mit einem Verkehrsunfall, wobei 15 Personen (zum Teil schwer) verletzt wurden – drei Autofahrer mussten nach einer Geisterfahrt ihr Leben lassen. Den Tageshöchstwert an Meldungen gab es übrigens im Jahr 2006 zu vermelden, 10 Meldungen an einem einzelnen Tag schlugen damals zu Buche. 2017 waren es immerhin beachtliche sieben Falschfahrer-Meldungen an zwei einzelnen Tagen.

Geisterfahrerstatistik: Die Bundesländer im Vergleich

Im Bundesländervergleich liegt die Steiermark in absoluten Zahlen nach wie vor an der Spitze (96 Geisterfahrten), in Prozent bedeutet das einen Zuwachs von 22% gegenüber 2016. Auch Niederösterreich und Tirol verzeichneten 2017 einen sehr deutlichen Anstieg, +32% in Niederösterreich und gar +38% in Tirol. Hinter den drei bedauernswerten “Spitzenreitern” in dieser Statistik haben auch die Geisterfahrten in Kärnten, Salzburg und Wien prozentuell leicht zugelegt.

Rückläufig, mit minus 11%, ist die Statistik in Oberösterreich und Vorarlberg mit minus 17%. Als sehr positiv kann die Entwicklung in Burgenland betrachtet werden: Minus 41% an Geisterfahrermeldungen gegenüber 2016 (bzw. von 17 auf 10 Geisterfahrten).

Die Autobahnteilstücke mit den meisten Geisterfahrermeldungen

Alleine 23-mal musste 2017 “Falschfahreralarm” im Großraum Graz, genauer für den Südautobahn-Abschnitt (zwischen Gleisdorf und Lieboch), gegeben werden – dieses Autobahnteilstück liegt somit an der Spitze und verzeichnete zudem auch den deutlichsten Zuwachs in Prozent. Auf Platz dieses Vergleiches liegt die Inntalautobahn mit den Teilstücken “Raum Innsbruck” und “Unterland”.

Wenig ruhmhafte Zuwächse waren auch in Niederösterreich für die Strecke zwischen Wien und Baden zu verzeichnen.

Positiv: Die Nummer 1 von 2016, die Semmering Schnellstraße (im steirischen Abschnitt), kann für 2017 deutlich Geisterfahrermeldungen aufweisen, gleiches gilt für die Südautobahn im Raum Wiener Neustadt.

Frauen auf der Überholspur – aber in die falsche Richtung

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) stellte außerdem fest, dass der Anteil der weiblichen Geisterfahrer zunimmt. Das Verhältnis Männer zu Frauen lag viele Jahre bei ca. 8:2, mittlerweile liegt dieses bei 7:3.

Das ändert aber (noch) nichts am Bild des “typischen Geisterfahrers”, der nach wie vor männlich und alkoholisiert ist.

Gründe für Geisterfahrten

Nach Angaben der Asfinag hat das Autobahnnetz im Jahr 2017 um immerhin 3% zugenommen – und damit steigt auch die Anzahl von ortsunkundigen Autofahrern, die stärker gefährdet sind, zu Falschfahrern zu werden. Und: Auch Navigationsgeräte, die Autofahrer auf die falsche Fährte, also in die entgegengesetzte Autobahnrichtung, bringen, dürften zum Anstieg der Geisterfahrten beitragen, so das KFV.

Geisterstunde: die Risikozeiten und Tage

Stabil blieben auch 2017 weiterhin die Tage und Zeiten, an denen man am ehesten einen Geisterfahrer antrifft. Die gefährlichsten Zeiten bleiben somit weiterhin das Wochenende sowie die Zeit zwischen 21 und 24 Uhr.

Im Februar (22 Meldungen 2017) ist laut Statistik der Monat mit den wenigsten Geisterfahrern, mehr als doppelt so viele Meldungen gab es hingegen im August (45 Durchsagen).

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