Ford Tourneo Custom 2,2 TDCi L2 Titanium seite
 

Dauertest-Einstieg: Ford Tourneo Custom 2,2 TDCi L2 Titanium

Die Frage, wie viel Auto der Mensch braucht, lässt sich auch mit hohen Kubaturen beantworten: 6,3 Kubikmeter.

10.09.2013 Autorevue Magazin

Man steigt nicht ein, sondern rauf und schaut dann auf SUVs runter; man reist nicht, sondern wohnt in (moderater) Geschwin­dig­keit; man schlichtet kein Gepäck rein, sondern räumt eine Gartenhütte voll; man zählt nicht die Passagiere, die mitfahren dürfen, sondern stockt den Freundeskreis auf, um das Auto einmal ­halbwegs auszulasten. Wenn man alleine drinsitzt, fühlt man sich irgendwie einsam. Schade, niemand da zum ­Reden heute. Natürlich wachsen die Bedür­f­nisse mit DIESEM Auto, ­natürlich schadet es nicht, wenn auch das eigene Raumgefühl mitwächst – und ja, es ist ein Unterschied, ob man einen Ford Ka durch enge ­Gassen wuchtet oder mit einem Bus von 5,34 Meter Länge und 1,98 m Höhe die Tief­garage verstopft.

Ford Tourneo Custom 2,2 TDCi L2 Titanium sitze

Die schweren Sitze lassen sich höchst variabel auf- und umklappen.

Vor dem Tourneo steht also gewiss die Frage, ob es intelligent ist, täglich 6,3 Kubikmeter Raum bei sich zu tragen, weil man sie brauchen könnte. Wir sagen einfach vorauseilend ja und stellen die These ein halbes Jahr zum Abwittern in den Alltag. So lange wird uns der Tourneo begleiten, konkret: Der Tourneo mit langem Radstand, acht Sitzen und ziemlich voller Vollausstattung: ­Leder, Navi, Hängerkupplung, Alufelgen, allerlei Assistenten. Beim VW Multivan stünden dann rund 63.000 Euro auf der Rechnung, beim Ford Tourneo Custom 2,2 TDCi Titanium mit langem Radstand werden hingegen 48.226 Euro (43.740 ohne Extras) aufgerufen, vergleichsweise ein Sommerschlussverkaufs-Angebot. Und die ersten Testwochen geben uns recht: Der Tourneo ist häufigst unterwegs, mit sieben Fahrrädern in den Rennrad­urlaub, mit Anhänger und Oldtimer drauf zum fernen Treffenplatz, mit der Jugendgruppe ins Ferienlager. Schon nach wenigen Kilometern fragt man sich, wie man bislang eingezwickt reisen konnte. Hier hingegen: üppiger Wohnraum, am hinteren Mittelsitz streckt man sogar die Füße ganz aus, auf den anderen fast. Kipptder Beifahrer die Lehnen nach hinten, dann sitzt der Passagier dahinter noch immer luftig, hier könnten Flugzeug-Kon­strukteure zum Seminar einchecken.

Ford Tourneo Custom 2,2 TDCi L2 Titanium tankstutzen

DIE TANKKLAPPE geht nur auf, wenn die Fahrertür geöffnet ist. Dann schaut’s aus, als wäre der Tankdeckel verloren, aber da war nie einer.

Es gibt auch einen Motor, einen 2,2-l-DI-Turbodiesel mit 155 PS und 385 Nm. Klingt viel, hat aber auch viel zu tun. Bei geringen Drehzahlen ist obendrein ein Turboloch fühlbar, und dem Knuspern ist der Motor auch nicht abhold. Sagen wir so: Die Kraft ist gut bemessen, aber ohne Fettrandln. Ein wenig davon lässt sich mit der ECO-off-Taste einspielen, die nach jedem Start neu gedrückt werden will. Sie schaltet die Start/Stopp-Automatik weg und programmiert die Motorsteuerung etwas (wirklich nur ETWAS) sportlicher, durchaus ein Weg für die Zukunft: Die Autos sind auf Sparsamkeit ­optimiert, aber es gibt eine ­Hafer-sticht-Taste.

Federung: Gut, wird aber mit hoher Beladung noch ­geschmeidiger. Auch deshalb werden wir noch ein paar Transportaufgaben aushecken. Welche, wird in einem halben Jahr zu lesen sein.

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