Ford Grand C-Max stat HiRe
 

Testbericht: Ford Grand C-Max

Nach schlanken Hecks fragt niemand, wenn Familie und Interessen wachsen.

16.12.2010 Autorevue Magazin

Selten wurde Namensgebung plakativer in Design übersetzt: Der Grand C-Max wird nicht sofort als länger wahrgenommen im Vergleich zum grandlosen C-Max (obwohl 14 cm Radstand dazugekommen sind), sondern gesamt als üppiger, voluminöser, einladender für alle, die Gepäck oder große Familie mehr schätzen als einen hintenrum schlanken Abgang ihres Autos.

Denn Subtilität des Hecks stand nicht im ­Lastenheft, da ist der normale C-Max eindeutig der Nach­folger seines Vorgängers. Und was das ­Design des Grand C-Max verspricht, das löst es auch ohne Feder­lesens ein: 56 bis 1742 Liter Laderaum darf befüllen, wer nicht so sehr zum Familien­leben tendiert. Wer doch, der findet (gegen 795 Euro Aufpreis) drei Sitzreihen vor, ­erwartungsgemäß konfiguriert: Drei Plätze in der mittleren Reihe, zwei ganz hinten. Die sind so einfach zu ­falten, dass niemand dran scheitern wird, der eine Autotür zu ­öffnen ­imstande ist. Zusammenge­faltet wird der Lade­boden ­damit eher hoch, ­benützbar sind die Sitze nicht nur für Klein­­­kin­der, sondern auch für Jugendliche, sofern sie ihrem Altersschnitt nicht völlig entwachsen sind.

Die mittlere Sitzreihe ist längs verschiebbar, nach vorne wird sie allerdings nur rücken, wer seine Kniescheiben hasst. Beim Zusammenfalten wollen zuerst die Sitzflächen hochkant gestellt und dann die Lehnen umgeklappt werden, der mittlere Sitz wird dabei gefaltet in den rechten gekippt. Der so an der Stelle des ohnedies schlanken Mittelsitzes entstandene Platzgewinn ist zwar kaum entscheidend, aber es erfrischt zu sehen, wie sehr sich das ­Gestühl für uns verrenkt. FlatFold-Sitzsystem sagt Ford dazu.

Für weitere Abgrenzung zum C-Max sorgen die Schiebetüren, die der Grand C-Max exklusiv trägt: Zwar merkt man ihnen beim Schieben an, dass hier Solidität gefragt war und nicht Leichtbau, aber mit einer Klapptür fällt die Van-Folklore nicht so sauber und satt ins Schloss. Dass die Heckklappe auch elektrisch öffnet und schließt, wird besonders jene freuen, die ihr gerne ein Autoleben lang dabei zuschauen, andernfalls kann man sich die 560 Euro Aufpreis für das Family Paket sparen und sie flinker auf- und zumachen.

Unser Grand C-Max 2,0 TDCi Titanium Automatik ist um 32.200 Euro der teuerste aus der Familie, was man ihm gerne glaubt: Geschmeidigkeit, Ambiente und Fahrleistungen sind feine Ware, subjektiv deutlich über dem Niveau der Kompaktklasse angesiedelt. Besonders das Doppelkupplungs-Getriebe PowerShift verdichtet die Harmonie spürbar, der 163-PS-TDCi motorisiert auch den 100 kg schwereren Galaxy souverän und den Grand C-Max noch souveräner: Unangestrengte Leichtigkeit, da ist nix mehr fühlbar von der Wucht des Hecks, sondern ein wohltemperierter Hauch von Sportlichkeit. Dass er dabei obendrein leise bleibt und selbstverständlich mit Partikelfilter gereicht wird, macht den 163-PS-Diesel zur ersten Wahl, wenn bei den laufenden Kosten nicht in erster Linie gespart werden muss.

Das Fahrwerk pflegt den Komfort, hält den Grand C-Max aber auch in Kurven gut aufrecht. Besonders fein ist der Abrollkomfort, da wähnt man sich subjektiv eine Klasse drüber, ein Eindruck, den die Liste verfügbarer Technikfeatures unterstreicht. Kleiner Auszug: Der Toter-Winkel-Assistent informiert dezent über ein oranges Leuchtpunkterl am Rückspiegel, dass da möglicherweise grad was ist, was man nicht sieht; ein ähnliches Aufgabenfeld hat die Rückfahrkamera; die Kindersicherung für Türen und Fenster hinten ist per Knopfdruck vom Fahrersitz aus zu aktivieren; Torque Vectoring verfeinert die Traktion über ESP-Niveau hinaus; das EasyFuel-System verhindert, dass der falsche Kraftstoff getankt wird. Weil damit auch ein banaler Tankdeckel entfällt, kann er nimmer an der Tankstelle vergessen werden, so ­geschmeidig lässt sich ein altes Problem der Automobilgeschichte lösen.

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