Ford Focus Traveller dyn voli
An alle Freunde allumfassender Assistenzsysteme.
 

Testbericht: Ford Focus Traveller 1,6 EcoBoost Titanium

Nicht nur für Familie und Freizeit.

04.09.2011 Autorevue Magazin

Das Füllhorn an elektronischen Assistenzsystemen ist groß wie nie zuvor in der Kompaktklasse, aber nur offen, wenn man Münzen einwirft: Die volle Welt der elektronischen Helfer findet in der ­Aufpreisliste statt, auch in ­unserer Topversion Titanium: Navigation, Fahrer-Assistenz-Paket (Fahrspur-, Fernlicht- und ­Toter-Winkel-Assistent, ­Müdigkeitswarner, Verkehrsschild-Erkennung, Start-Stopp), aktiver Tempomat und Easy Driver Paket Plus (Einpark-Assistent, Abstandwarner, heizbare Außenspiegel) zwirbeln den Kaufpreis um fast dreieinhalb Tausender nach oben, angesichts der geballten Technik eine faire Summe, wenn man glaubt, dass man’s braucht. Um auf Augenhöhe mit den Möglichkeiten zu sitzen, sollte man auch das Sitzpaket (Leder/Stoff-Polsterung, Vordersitze mehrstufig heizbar, Fahrersitz elektrisch zu justieren) wählen. Somit werden aus den 25.850 Euro für den Focus ­Traveller 1,6 EcoBoost mit 150 PS und Topausstattung ­Titanium locker mehr als 30.000, die sich über den Fahreindruck glaubhaft darstellen. Alleine der Motor, ein 1,6-l-Turbo, ist beim Anströmen ein Gummihammer: mit ordentlichem Punch, aber frei von Brutalität zeigt er, dass Turbolader gleichsam auch vom ­Elmayer erzogen sein könnten, bei allerbesten Haltungsnoten. Die Geschmeidigkeit zeugt von der Kultur, die der Benziner an sich dem Diesel doch wieder voraus hat, durch intelligentes Downsizing rückt auch der Verbrauch in Dieselnähe: 7,8 l Super im Schnitt.

Der Motor ist sinnbildlich für die substanzielle Verdichtung des Focus Traveller. Seine Geschmeidigkeit hebt ihn auf ein beinahe unantastbares ­Niveau, das aus dem Zusammenspiel der Baugruppen lebt, aus der perfekten Abstimmung aller Dinge, die man als Fahrer in die Hand nimmt: Nichts wirkt unverbindlich leichtgängig, aber nichts leistet Widerstand. Feinabstimmung auf sehr hohem Niveau, das man bislang ein bis zwei Klassen darüber verortet hat.

In seiner Anmutung ist der Focus Traveller also mindestens in der Mittelklasse ­angekommen.

Damit passt der Innenraum tadellos, lediglich manche Winzig-Taste verschwindet im Unschärfebereich, wenn die Sehschärfe schon etwas nachgelassen hat, und dass wir auf langen Strecken keine exakt passende Sitzposition finden konnten, schieben wir nach redaktionsinterner Abstimmung doch eher auf den Focus.

Das bislang Gesagte passt natürlich auch für den Fließheck-Focus, das Kombiheck ­definiert sich wenig überraschend über den Nutzwert (476 bis 1516 l Laderaum) und über harmonisches Design, man darf aber keine Neuerfindung des Kompaktkombis erwarten: Die Rücksitze lassen sich nach Kombisitte umlegen, wer den Boden ganz eben will, muss die Sitzflächen hochstellen.

Ambitioniertes Testen ergab auch, dass der Parkassistent bei Autobahngeschwindigkeit keine Parklücken vermessen will.

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