Ford Focus ST Test Neuvorstellung Kombi
Eilpost hinter vorgehaltener Hand: die bessere Version des ST.
 

Vorstellung: Ford Focus ST

Eine Fahrmaschine, die auch vor dem Familienrat diskutiert werden kann: Es gibt wieder einen Kombi.

10.08.2012 Autorevue Magazin

Mittlerweile hat der ST-Focus bei Ford Tradition, man befindet sich in der dritten Generation. Der Erste war ein klassisch über Nockenwellen und polierte Kanäle getunter 2,0-Liter-Sauger mit 170 PS, in den Zweiten wanderte dank ehemaliger Volvo-Seilschaften ein 2,5-l-Turbo-Fünfzylinder mit 225 PS, der bei der Fangemeinde großen Anklang fand. Einen mittelschweren Aufruhr gab in den Fan-Foren, als der Ecoboost-Vierzylinder angekündigt wurde. Man fürchtete den angekündigten Vierzylinder als Rückschritt – der einzigartige Klang sei wohl dahin.

Irgendwie rührend von Ford, sich quasi im direkten Kontakt um die Wünsche der Gemeinschaft zu kümmern: Die gute Nachricht für jene, die den Fünfzylinder zu Unrecht auf der Opferbank des Downsizings sahen: Der Abschied fällt nicht schwer – der neue Motor klingt erstaunlich ähnlich und kann sonst so ziemlich alles besser.

Möglich macht das der ­„aktive Sound Symposer“, den man in einer ähnlichen Form bereits aus dem Vorgänger kennt. Zur Erinnerung: Ein Schlauch von der Ansaug­brücke überträgt das Ansauggeräusch in den Innenraum. Beim neuen ST wird das Geräusch aber nicht zentral, sondern leicht versetzt zwischen den Zylindern abgenommen, um so dem Fahrer akustisch einen Fünfzylinder vorzugaukeln. Das funktioniert ­prima, so es einen nicht stört, dass es eben nur Show ist. Im normalen Gebrauch schweigt das Ding – erst bei durchgetretenem Gas gibt’s wohltuenden Lärm – man heizt schließlich nicht den ganzen Tag.

Der Motor entspricht im Wesentlichen dem Turbo-Direkteinspritzer aus dem Mondeo, hier leistet er 250 PS. Das Ansprechverhalten des Turbos ist fein, bereits ab 2000 Touren gibt’s ein Drehmomentplateau, das viele Schaltvorgänge entbehrlich macht. Dabei ist das Getriebe in Sachen Schaltbarkeit eines der feineren auf dem Markt. Doppelkupplungs­getriebe wird es vorerst keines geben. Man habe keines ge­funden, das den Ansprüchen gerecht geworden wäre – so ­Matthias Tonn, leitender Entwicklungsingenieur Ford Performance Cars.

Das Fahren? Lustvoll. Die Qualitäten der Ford-Fahrwerke sind hinreichend bekannt, auch der ST gibt sich keine Blöße. Das zweistufig deaktivierbare ESP meldet sich auf trockener Fahrbahn nur bei grobem Missbrauch, es gibt keine Fehler, die von einer Elektronik weggearbeitet werden müssten. Die Lenkung mit variabler Übersetzung verkürzt die Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag, lässt aber nie Nervosität aufkommen.

Gegen das frontantriebs­typische Zupfen in der Lenkung hält eine Torque-Steer-Compensation. Das ersetzt zwar keine Sperre, funktioniert aber gut.

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