Financial Times meldet: Fiat Chrysler ab 2022 ohne Dieselmotoren

Laut einem Bericht der Financial Times will der Fiat Chrysler Konzern ab dem Jahr 2022 auf Dieselmotoren verzichten.

26.02.2018 Online Redaktion

Der Dieselmotor bereitet den Herstellern derzeit zwei Probleme. Zum einen gehen die Verkäufe leicht zurück, was Experten auf die Imageprobleme durch den Abgasskandal zurück führen. Zum anderen wird die notwendige Abgasreinigung immer teurer. Der Fiat Chrysler Konzern will auf diese Entwicklung reagieren und ab 2022 keine Dieselmotoren mehr verkaufen, wie die Financial Times berichtete.

Kein Dieselmotor mehr Fiat Chrysler

Zwar geht der Dieselanteil an Neuwagen derzeit zurück, ausgerechnet bei Fiat Chrysler ist allerdings das Gegenteil der Fall. 2017 lag der Dieselanteil bei Neuwagen innerhalb des Konzerns in Europa bei 40,6 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als noch 2016, wie die Financial Times vorrechnet. Zugpferd dieser leichten Steigerung war der italienische Markt. Von den Plänen nicht betroffen seien die schweren Trucks der Marke Dodge in den USA.

© Bild: Fiat

Fiat Chrysler hat sich zu den Plänen, bei denen sich die Financial Times auf „eingeweihte Personen“ beruft, noch nicht geäußert. Das kann auch strategische Gründe haben. Denn im Sommer möchte das Unternehmen einen Fünfjahresplan verkünden. Schließlich gibt es viel aufzuarbeiten.

Jeep als Joker

So hat Sergio Marchionne beispielsweise mit der Marke Jeep Großes vor. Deren Potential schätzt Marchionne auf einen Marktanteil von 20 Prozent – was fünf Millionen Fahrzeuge pro Jahr wären (derzeit sind es rund 1,6 Millionen Fahrzeuge). Würde Jeep diese Marke erreichen, würde sich der Gewinn des Konzern in etwa verdoppeln. Für 2017 wird Fiat Chrysler einen Gewinn von rund 7 Milliarden Euro ausweisen. Rund eine Milliarde Euro pro Jahr zusätzlich werden außerdem die jüngsten Steueränderungen des US-Kongresses in die Kassen spülen.

Jeep Wrangler Unlimited
© Bild: Jeep

Das Problem: Marchionne will eigentlich aufhören. Derzeit wird im Konzern fieberhaft an der Nachfolger-Frage gearbeitet. Wichtig ist den Italo-Amerikanern, dass der Nachfolger aus den eigenen Reihen kommt. Extern wird angeblich nicht gefahndet. Gesucht wird ein Manager, der bereit ist alle heiligen Kühe zu schlachten, sofern es der Zukunftsfähigkeit dient. Auf Romantik und vermeintliche Fan-Befindlichkeiten kann keine Rücksicht mehr genommen werden.

Ferrari wird zur Premiummarke

Was das bedeutet exerzierte Marchionne bereits vor. Lancia wurde (mehr oder weniger) eingestellt, Chrysler übernommen und Luca die Montezemolo bei Ferrari abgesägt. Mit harter Hand machte Marchionne aus einem Konzern, dem die Pleite drohte, wieder einen ernstzunehmenden Hersteller. Anfang 2019 wird er 15 Jahre an der Spitze des Konzern stehen.

© Bild: Dan Istitene Getty Images Sport

Marchionne ließ sich in diesem Zusammenhang mit den Worten zitieren: „Ich bin müde. Ich will etwas anderes machen.“ Zum Beispiel Ferrari umbauen. Das ist für ihn eine Chefsache. Die Prestigemarke soll von einem Sportwagenhersteller zu einer Premiummarke umgebaut werden. Was bedeuten würde, das Portfolio extrem zu erweitern. Vor allem um Viertürer aller Art.

 

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