Vorstellung: Fiat 500

Ein Faltenwurf im Firmament. Mehr Fahrtwind braucht man nicht, um einen schönen Tag zu feiern.

01.08.2009 Autorevue Magazin

Der Fiat 500 war schon in seinem Original von 1957 stoffbesegelt – nicht der Sonnigkeit wegen, sondern aus produktionstechnischen Gründen. Dachteile waren schwer zu pressen, also machte man aus der Notwendigkeit eine Praktikabilität.

Heute heißt das Hommage ans Original oder besser C für Cabrio, was etwas hoch gegriffen ist für ein Stoffschiebedach. Insofern ist rückwirkend auch der Citroën 2CV ein Cabrio, wie man ja am C3 Pluriel ablesen kann – der allerdings völlig dekonstruierbar ist, was, wie der österreichische 500er-Designer Andreas Wuppinger erklärt, „von uns angedacht wurde. Aber wir konnten das Ding nicht zerlegen und schon gar nicht erst wieder zusammenbauen. So ließen wir diese Idee fallen.“

Gut so. Denn im Grunde braucht man nicht mehr Fahrtwindigkeit für einen schönen Tag. Das Stoffband, in den Farben Schwarz, Dunkelrot und Beige lieferbar, läuft in den Schienen des Dachlaufs elektromotorisch zurück und bildet dann einen mehrschlaufigen Faltenwurf über dem Kofferraumdeckel, wobei die Glasheckscheibe elegant mit eingefaltet wird. Ein Windabweiser an der Dachvorderkante beherrscht seine Aufgabe, wie man sofort am Wummern des Fahrtwindes erkennt, sobald man ihn probehalber wegdrückt. Der Schließknopf bewältigt alle Abstimmungsfeinheiten zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit. Gut gelöst!

Die Oberkante der Windschutzscheibe wurde leicht verändert, sonst gibt es kaum Unterschiede zum geschlossenen zweitürigen Modell. Dass auch der Kofferraumdeckel so bleiben konnte und nicht, wie oft bei Cabrioversionen (z. B. Mini), unten angeschlagen werden musste, ist einem Kunstgriff zu verdanken: Sobald man sich anschickt, den Deckel zu öffnen (durch Griffziehen oder Hantieren an der Fernbedienung), zieht sich das offene Stoffdach um einen entscheidenden Abstand nach vorne, um dem Öffnen Platz zu geben. Ein wenig Geduld wird erwartet. Das Dach kann auch per Schlüsselfernsteuerung von außen geöffnet oder geschlossen werden. Eine Sicherheitsfunktion bringt es 25 Zentimeter vor dem Schließen zum Halt, dann muss man nochmals drücken.

Der kleine Wagen wirkt so schlüssig, die Öffnungsmethode so unkompliziert, dass man sich den 500 C ohne weiteres als Ganzjahrescabrio vorstellen kann. Zumal die Preise nur rund 2.500 Euro über den Limousinenpreisen zu liegen kommen.

Die Wintertauglichkeit wird zudem auf unfreiwillige Weise forciert: Nach Österreich kommen die Cs bestenfalls im November dieses Jahres. Vorerst sind noch keine genauen Verkaufspreise bekannt.

Übrigens, in der Originalwerbung von 1957 wird der Fiat 500 mit einem Verbrauch von 4,5 l/100 km beworben. Da kann man ja wieder einmal von der Geschichte lernen. Oder man besorgt sich die Start&Stopp-Automatik, die gegen Aufpreis angeboten wird, um die Verbrauchswerte der drei angebotenen Motoren weiter zu verbessern. Die beiden Fire-Benziner leisten 69 bzw. 100 PS, der 1,3-l-Multijet-Diesel bringt 75 PS und hat die besten Chancen, sich den historischen Verbrauchswerten anzunähern.

Der 500 C bietet sieben Airbags, ESP, elektrische Dualdrive-Servolenkung und ein extrabreites Angebot an Extra-Ausstattungen, wofür die Fiat-Leute den schönen Begriff „Mass-Individuality“ kreiert haben.

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