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Mit dem FF 91 will Faraday Future die Mobilität neu erfinden

“Eine neue Spezies”: Mit 1050 PS soll Faraday Futures FF 91 nicht nur Tesla Konkurrenz machen, sondern dabei auch die Mobilität revolutionieren. Doch viele Fragen bleiben offen.

04.01.2017 Online Redaktion

Bei der Consumer Electronics Show (CES) 2016 präsentierte das geheimnisumwobene Start-up Faraday Future sein FFZero01 Concept, das sich nicht – wie im Vorfeld spekuliert – als vielversprechender Tesla-Konkurrent, sondern als heiße Luft herausstellte. Ein Jahr später hatte das Unternehmen bei der CES 2017 nun die Gelegenheit, seine Versprechungen in die Tat umzusetzen. Mit dem FF 91 zeigten die Kalifornier mit chinesischem Investor den Prototypen für ihr erstes Serienfahrzeug. Ob dieser “Traum von der Zukunft der Mobilität” wirklich wahr wird, wird sich aber erst zeigen.

© Bild: Faraday Future

Mit 1050 PS in 2,39 Sekunden von 0 auf 60 mph

„Heute ist der erste Tag einer neuen Mobilität, der erste Tag einer neuen Spezies.” Mit diesen hochtrabenden Worten eröffnete Faraday Future-Chef Nick Sampson die Präsentation des FF 91. Und zumindest auf dem Papier hat das Elektroauto tatsächlich das Zeug, Tesla Konkurrenz zu machen: Mit 873 kW / 1050 PS und einem Drehmoment von 1.800 Nm soll der FF 91 in unter 2,4 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde beschleunigen – um 0,01 Sekunden schneller als Teslas Model S P100D. Der FF 91 ist mit einer 130 kwH-Batterie ausgestattet und soll über eine Reichweite von 700 Kilometern verfügen.

© Bild: Faraday Future

Autonomes Fahren und Einparken

Zudem soll der FF 91 mit zahlreichen Sensoren für autonomes Fahren ausgestattet werden, darunter zehn Kameras, 13 Radargeräten, zwölf Sensoren und einem 3D-Lidar, der bei Bedarf aus der Fronthaube ausgefahren werden kann. Die autonome Einpark-Funktion wurde im Rahmen der Präsentation demonstriert. Während der FF 91 vor der Halle in Las Vegas problemlos einen Parkplatz fand, verlief eine neuerliche Demonstration auf der Bühne eher suboptimal – das Auto wollte sich zuerst gar nicht bewegen und rollte nach der Inspektion durch einen Techniker gerade einmal wenige Meter in einer geraden Linie, bevor es erneut zum Stillstand kam. Sampson rechtfertigte diese Fehlfunktion später, indem er erklärte, die Stahlkonstruktionen in der Halle hätten die Sensoren des FF 91 gestört.

Keine Design-Offenbarung

Auch, wenn sich der Wahrheitsgehalt der vollmundigen Versprechungen seitens des Herstellers nicht auf den ersten Blick überprüfen lässt: Klar ist, dass der FF 91 zumindest optisch keine Revolution darstellt. Mit 5,25 Metern Länge und einem Radstand von 3,20 Metern ist der FF 91 trotzdem keinesfalls zu übersehen – dafür sorgt auch die LED-Beleuchtung.

© Bild: Faraday Future

FF 91 soll bereits 2018 ausgeliefert werden

Der FF 91 soll bereits 2018 auf den Markt kommen. Einen Preis für das angebliche Super-Elektromobil nannte Faraday Future aber noch nicht. Demnächst soll es aber möglich sein, über die Website des Herstellers gegen eine Anzahlung von 5000 US-Dollar Vorbestellungen tätigen zu können.

Viele offene Fragen

Obwohl dieses Mal – im Gegensatz zu 2016 – ein echtes Auto auf der Bühne stand, bleiben viele Fragen offen. In den vergangenen Monaten war über finanzielle Schwierigkeiten des wichtigsten chinesischen Investors von Faraday Future spekuliert worden. Gerüchten zufolge sollen Zulieferer zu spät bezahlt und Vereinbarungen nicht eingehalten werden. Die Fabrik im US-Bundesstaat Nevada ist nach wie vor weit von einer avisierten Serienproduktion entfernt, und auch die fehlenden Angaben zu Vertrieb, Service, Märkten und Preisen machen stutzig. Egal, ob der FF 91 tatsächlich in naher Zukunft die Mobilität neu erfindet oder ob auch dieser Traum zerplatzt – von Faraday Future werden wir garantiert noch viel hören.

  • Hauerg

    30Inoffiziellerweise soll der – falls er denn ja gebaut wird – bei 170.000 $ starten (die 100kwh Version, nicht die 130er)

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