ferrari california t 2014 vorne rot blau
"Trotz Turbo furiose Klangqualität bis 7500/min."
 

T wie turbolent: Ferrari California T

Ferrari lanciert im California T den ersten Turbomotor seit dem F40. Bedenkenträger dürfen sich zurückziehen.

27.07.2014 Autorevue Magazin

Als Ferrari vor fünf Jahren mit dem California die Modell­palette nach unten erweiterte, war nicht unbedingt klar, wie die Übung ausgehen würde. Coupé-Cabrio? Komfort, Alltagstauglichkeit, Cup-Holder? Achtzylinder-Frontmotor? ­Ferrari? Mittlerweile sind über 10.000 Einheiten vom Band gerollt, davon gingen mehr als zwei Drittel an Kunden, die vorher noch keinen Ferrari hatten. Volltreffer also.

ferrari california t 2014 blau aussen vorne front seite

Sieht aus wie ein California und doch ist bis auf das Hardtop alles neu.

Ferrari California T: Alles neu

Jetzt kommt mit dem ­California T die Ablöse und es bleibt kein Stein auf dem ­anderen. Bis auf den Verdeck-­Mechanismus gibt es keine Gleichteile zum Vorgänger, man hat die Außenhaut zurechtgezupft, den Innenraum neu eingerichtet, ein modernes Infotainment installiert – und dann wäre da noch der Motor, immer schon höchste Kernkompetenz der Italiener. Die aufgeladene V8-Maschine ist der erste Ferrari-Turbo seit dem F40, und wer jetzt erneut über eine konzeptbedingte Verwässerung der intimsten Motoren-DNA von Ferrari (Ansprechverhalten, Sound, hohe Drehzahlen) zu grübeln beginnt, darf eine Flasche ­Brunello di Montalcino auf­machen und sich zurück­lehnen. Die Motorenleute ­haben mit irrwitzigem Aufwand ein Aggregat entworfen und abgestimmt, das nach dem ersten Kilometer auf ­freier Straße alle Argumente im Ansatz auslöscht und mit furioser Klangqualität bis 7500/min übertönt.

ferrari california t 2014 motor

DICKE ÄRMEL Mehr Luft hat bei der kontrollierten Verbrennung von Kohlenwasserstoffen noch immer geholfen.

Rein technisch-analytisch gibt es natürlich ein Turboloch, was aber heute vornehm Turbo-Response-Time heißt, das auch messbar ist, aber gegen eine infinitesimale Gering­fügigkeit konvergiert, sodass im hör- und fühlbaren Bereich nichts davon übrig bleibt. Ein erstmals appliziertes Torque-Mapping betreibt den Motor ladedruckgesteuert in jedem Gang mit unterschiedlichen Drehmomentkurven, bis zum 5. Gang sogar mit positiver Steigung, erst im 7. Gang spielt man die vollen 755 Nm aus, und zwar konstant von 2700 bis 5000/min. Im Zusammenspiel mit den rasanten Schaltvorgängen des Doppelkupplungsgetriebes ergibt das im Ernstfall jenes unheimliche Gefühl der permanenten ­Beschleunigungszunahme im Sinne der dritten Weg­ableitung. Keine Spur von ­Big-Bäng-Turbo-Watsche, ­vielmehr erfährt man über alle Gänge eine WuaaAAAHH-­Beschleunigung, wie sie in ­dieser Orchestrierung nur ­Ferrari hinkriegt.

ferrari california t 2014 innen interieur cockpit

NOBEL-HOBEL Im Cockpit ist klar ersichtlich, dass sich dieser Ferrari an eine ­Klientel wendet, die den Sturm & Drang des Lebens schon weitgehend hinter
sich gelassen hat.

Fahrwerk und Bremsen sind bei Ferrari schon lange kein Thema mehr, der California T geht sauschnell in die Kurve, um die Kurve und wieder heraus, die Lenkung ist vielleicht eine Spur zu leichtgängig, aber extrem direkt und sehr präzise. Beim Sprint auf 200 fehlt übrigens nur mehr eine halbe Sekunde auf den 458 Spider – dass jetzt keiner mehr Hausfrauen-Ferrari sagt, porca vacca!

Trailer des California T:

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