APA/HERBERT PFARRHOFER

Nach leichtem Unfall mit Fußgängerin: Wiener Linien stoppen fahrerlose Busse

Eine Frau sei “seitlich gegen den selbstfahrenden Bus” in der Seestadt gelaufen und habe dabei “leichte Abschürfungen” erlitten – der Vorfall wird nun untersucht. Bis dahin bleiben die Busse in der Garage.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Die Wiener Linien stoppen vorübergehend den Betrieb ihrer fahrerlosen Buslinie in der Seestadt. Grund dafür ist ein Zwischenfall, der sich am Donnerstagvormittag ereignet hat. Dabei ist eine Frau seitlich gegen den selbstfahrenden E-Bus gelaufen und hat dabei “leichte Abschürfungen” erlitten, informierte ein Sprecher die APA. Der Unfall wird nun genau untersucht, die Fahrzeugdaten seien inzwischen dem französischen Hersteller Navya übermittelt worden, sagte eine Sprecherin am Freitag.. Wann der vorerst gestoppte Fahrgastbetrieb wieder aufgenommen wird, ist offen.

Hersteller Navya analysiert Fahrzeugdaten

Die Daten würden jetzt von Navya-Mitarbeitern ausgelesen und analysiert. “Wir erwarten uns so schnell wie möglich Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge, dass so etwas nicht mehr passieren kann”, so die Wiener-Linien-Sprecherin. Zeitdruck wolle man aber nicht ausüben, denn es nütze ja nichts, wenn rasch gelieferte Resultate später eventuell wieder revidiert werden müssten.

Sensoren und “Begleitschutz”

Eigentlich sind die beiden Elektrobusse, die seit Juni im Fahrgast-Echtbetrieb in Aspern ihre Runden drehen, mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet, damit die Fahrzeuge bei etwaigen Hindernissen sofort stoppen oder ausweichen. Eine Begleitperson, ein sogenannter Operator, ist ebenfalls immer mit an Bord.

Fußgängerin war mit Kopfhöreren und Blick aufs Handy unterwegs

Der Vorfall hat sich nach Angaben der Verkehrsbetriebe gegen 9.30 Uhr ereignet. Demnach sei die rund 30 Jahre alte Frau nach Angaben von Augenzeugen mit Kopfhörern unterwegs gewesen und habe auf ihr Handy geschaut, als sie den Bus auf der Ilse-Arlt-Straße touchiert hat. Die Busse sind in der Regel mit zwölf km/h unterwegs, betonte der Sprecher.

Forschungsprojekt in der Seestadt

Der “auto.Bus-Seestadt” genannte Testbetrieb ist als Forschungsprojekt bis 2020 angelegt. Die beiden eingesetzten Mini-Busse transportieren jeweils zehn Fahrgäste kostenlos zu insgesamt zehn Haltestellen rund um die U2-Station Seestadt. Ein Jahr lang wurden die E-Busse vorbereitet und mussten jeden Meter der zwei Kilometer langen Strecken erlernen. Bewährt sich das Konzept, wollen die Wiener Linien mittelfristig mit autonomen Bussen die sogenannte “letzte Meile bis zur Haustür” bewältigen.


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