EU plant Elektroauto-Quote

2030 sollen mindestens 15 Prozent der Neuwagen über einen emissionsfreien Antrieb verfügen – so will die EU Elektroautos einen “Schub” verleihen.

12.10.2017 APA

Die EU plant den großen Schub für Elektroautos und die dafür nötigen Batterien. Bei einem “Batteriegipfel” am Mittwoch in Brüssel vereinbarte EU-Kommissar Maros Sefcovic mit Vertretern einiger EU-Länder, bis Februar eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten. Schon im November will Sefcovic ehrgeizige Pläne für saubere Fahrzeuge vorlegen. Dazu zählt nach Informationen der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” auch eine Quote für Elektroauto.

15 Prozent-Quote soll bis 2030 erfüllt werden

Demnach sollen 2030 mindestens 15 Prozent aller Neuwagen in Europa mit einem Elektromotor oder anderen emissionsfreien Antrieben ausgestattet sein, wie die Zeitung (Donnerstag) berichtete. Sefcovic bestätigte dies nach dem “Batteriegipfel” am Mittwoch aber noch nicht. Man prüfe mehrere Optionen, sagte er – darunter verpflichtende Vorgaben ebenso wie ein System, bei dem Hersteller Pluspunkte bekommen, wenn sie Fahrzeuge mit wenig oder gar keinen Emissionen auf den Markt bringen. Sefcovic sagte aber auch, Studien gingen von einem Anteil von 25 Prozent Elektrofahrzeugen bereits 2025 aus.

“Lukrativer Markt”

Er verwies auf die ungeheuren Marktchancen allein in der Ausstattung mit Batterien für so viele Elektroautos. Man gehe von einem Markt für 250 Milliarden Euro im Jahr 2025 aus und von vier bis fünf Millionen möglicher Jobs. “Ich bin nicht bereit, diesen lukrativen Markt unseren Wettbewerbern zu überlassen”, sagte Sefcovic. Nötig sei aber ein europäischer Ansatz – ähnlich wie in der Luftfahrtindustrie in den 1960er Jahren. Es gebe breite Unterstützung für eine “Batterie-Allianz” und den Aufbau einer Wertschöpfungskette in Europa. Sefcovic verwies darauf, dass die EU 2,2 Milliarden Euro unter anderem für Forschung an Batterietechnik und E-Mobilität bereit halte.

Österreich will “Fuß in der Tür” bei Batterieproduktion

Nun buhlen die EU-Staaten um einen Standort für die Batterieproduktion. Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) hat die Kommission bereits kontaktiert, “damit Österreich von Anfang an den Fuß in der Tür hat”. Es gehe darum, “für Österreich als Standort für die europäische Batteriezellenproduktion zu werben. Ich will das europäische Batteriewerk nach Österreich holen”, so der wahlkämpfende Politiker.

Auch Deutschland will Batteriezellen fertigen

Schon vor dem Treffen hatte der deutsche Staatssekretär Matthias Machnig gesagt: “Für die Zukunft der Elektromobilität ist die Batteriezellfertigung und die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa ein bedeutendes wirtschafts- und industriepolitisches Thema.” Bei dem “Batteriegipfel” seien einige deutsche Unternehmen am Tisch gesessen, die sich beteiligen wollten.

VW plant Fertigung in Salzgitter

Die nötigen Investitionen sind beträchtlich, viele Autokonzerne verfolgen entsprechende Planungen mit Hochdruck. Bei VW etwa fließen Milliarden in die E-Mobilität, neben der beschlossenen Forschung an Batteriezellen hat das Motorenwerk Salzgitter gute Chancen auf eine eigene Zellfertigung. Daimler will die Zellen vorerst nicht selbst herstellen, sondern nur zu fertigen Batterien zusammensetzen.

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