Erster Strafzettel für selbstfahrendes Auto – eine Woche nach tödlichem Uber-Unfall

Im kalifornischen San Francisco hat das erste selbstfahrende Auto einen Strafzettel erhalten. Das Fahrzeug soll auf einem Zebrastreifen einem Fußgänger zu nahe gekommen sein – der Betreiber Cruise Automation bestreitet dies.

04.04.2018 Online Redaktion

Selbstfahrende Autos sollen den Straßenverkehr insgesamt sicherer machen – was nicht heißt, das Unfälle komplett ausgemerzt werden können. Zudem befinden sich die Technologien noch in der Entwicklungsphase. Es war also nur eine Frage der Zeit bis zum ersten tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Auto – dieser hat sich Mitte März mit einem Volvo XC90 des Fahrdienstvermittlers Uber in der Stadt Tempe im US-Bundesstaat Arizona ereignet. Knapp eine Woche später gab es eine weitere unrühmliche Premiere für autonome Fahrzeuge: Im kalifornischen San Francisco kassierte das erste selbstfahrende Auto einen Strafzettel.

“Ausreichender Abstand” zum Fußgänger?

Zumindest war davor noch kein anderer Fall bekannt geworden, in dem ein selbstfahrendes Auto einen Strafzettel erhalten hat. Wie der lokale Nachrichtensender CBS San Francisco berichtet, war das Auto der General Motor-Tochterfirma Cruise, die auf die Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren spezialisiert ist, einem Fußgänger auf einem Zebrastreifen zu nahe gekommen. Verletzt wurde niemand. Cruise betont, dass der Abstand zu dem Fußgängern internen Daten zufolge “ausreichend” gewesen sei und das Auto “nichts falsch gemacht” habe. (Anmerkung: In dem Fernsehbeitrag von CBS heißt es fälschlicherweise, dass sich der Zwischenfall einen Tag nach dem tödlichen Uber-Unfall ereignet habe. Diese Darstellung wurde später korrigiert.

Komplexe rechtliche Fragen

Der Strafzettel wurde von einem Motorradpolizisten ausgestellt. “Den von Cruise gesammelten Daten entsprechend war der Fußgänger 10,8 Fuß von dem Auto entfernt, […] als es die Fahrt fortgesetzt hat”, so CBS. “Kurz nachdem das Auto beschleunigte, wurde es von dem Officer angehalten.” Die Frage, wer die Strafe jetzt bezahlen muss – der Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, der Eigentümer des Autos, Cruise, General Motors, das Auto selbst? – eröffnet einen Blick auf einen ganzen Komplex rechtlicher Grauzonen, mit denen die Branche in Zukunft noch häufiger konfrontiert sein wird.

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