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Studie: Reparaturen werden teurer, aber seltener

Fahrerassistenzsysteme lassen die Preie für Ersatzteile rasant steigen. Doch die Versicherungen freuen sich trotzdem, denn die Zahl der Unfälle sinkt stärker als die Preise steigen.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 30.10.2017

Auf den ersten Blick lesen sich die Zahlen dramatisch. Seit 2013 sind die Preise für Ersatzteile drastisch gestiegen. Motorhauben kosten jetzt 40 Prozent mehr, als noch vor vier Jahren. Kofferraumklappen stiegen um 29 Prozent im Preis. Die hintere Stoßstange um 22 Prozent, die vordere um 21 Prozent. Basis dieser Zahlen ist eine Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Zahlen dürften auch den österreichischen Trend widerspiegeln.

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Sensoren und Kameras treiben den Preis

Passierte 2013 ein Unfall, mussten Versicherer im Schnitt 2.400 Euro zahlen. 2017 dürften es etwa 2.700 Euro werden. Hintergrund ist die steigende Zahl von Assistenzsystemen. Wenn heute ein Auffahrunfall passiert, muss auch eine Kamera oder ein Sensor mit ausgetauscht werden. Das treibt die Preise. Allein in Deutschland mussten im Jahr 2015 ganze 22 Milliarden Euro von den Versicherern zur Schadensregulierung aufgewendet werden.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn wer ein wenig durch das Archiv der GDV-Studien blättert findet auch eine zu Assistenzsystemen zu Autos. Deren zentrale Aussage ist, dass durch die Verbreitung der Assistenzsysteme die Entschädigungsleistungen bis zum Jahr 2035 zwischen sieben und 15 Prozent sinken werden.

Den größten positiven Effekt haben, so die Studie, der Notbremsassistent und die Park- und Rangierassistenten.

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Die Versicherung wird nicht billiger

Abschließend hält die Studie, zusätzlich zu den steigenden Ersatzteilpreisen fest, dass Steinschläge, Hagelschäden und Marderbisse nichts mit Assistenzsystemen zu tun hätten. Dass bei schlechter Witterung Assistenzsysteme an ihre Grenzen kommen und das sich die Systeme zu langsam verbreiten würden. Allerdings ohne die letzten drei Aussagen mit Zahlen zu belegen.

Das Endergebnis wirkt daher etwas aufgesetzt. Einerseits zeigen die Studien, dass Versicherungen trotz steigender Ersatzteilpreise Geld sparen können. Andererseits verwendet der GDV reichlich Platz auf die Feststellung, warum diese Zahlen wenig mit der Praxis zu tun hätten. Das wirkt etwas gewollt und ist sehr offensichtlich. Am Ende gilt: Kein Unfall ist immer noch am günstigsten.

 


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