APA/HERBERT PFARRHOFER

E-Autos werden ab 2017 mit je 4.000 Euro gefördert

Ab dem kommenden Jahr wird die Anschaffung eines Elektroautos mit 4.000 Euro pro Pkw gefördert – 1.500 Euro gibt’s für Plug-in-Hybride.

Veröffentlicht am 23.11.2016

Die Anschaffung eines Elektroautos oder eines Pkw mit Brennstoffzelle wird ab dem kommenden Jahr mit 4.000 Euro pro Fahrzeug gefördert. Für Plug-in-Hybride gibt es 1.500 Euro. Unterstützt wird weiters die Errichtung von privater Ladeinfrastruktur mit 200 Euro pro Box. Öffentlich zugängliche Stationen erhalten bis zu 10.000 Euro pro Stück.

UPDATE: Wie Anfang 2017 bekannt gegeben wurde, wird sich der Dachverband der österreichischen Zweiradimporteure und -industrie, Arge2Rad, am E-Mobilitätspaket von Verkehrsministerium und Umweltministerium finanziell beteiligen. Damit kann die Förderung des Bundes auf bis zu 750 Euro pro E-Moped und E-Motorrad erhöht werden.

Grüne Nummerntafel bringt ab April 2017 noch ungeklärte Vorteile

Ab April 2017 gibt es für E-Autos dann Nummerntafeln mit grünen Schriftzügen, die mit einigen Vorteilen verbunden sein sollen. Welche Vorteile das sein sollen, muss aber erst noch die auf kommunaler Ebene geklärt werden. Angedacht ist Gratisparken, die Nutzung der Busspur und die Erweiterung von Lieferzonen und Lieferzeiten. Nichts ändern wird sich an den Tempolimits im Rahmen der IG-Luft. Auch für Betriebe, Gemeinden und Vereine soll es spezielle Förderungen geben. Beantragt können all die Unterstützungen ab März werden, Stichtag der Gültigkeit ist bereits der 1. Jänner 2017.

“Eigentlich eine Milliarde Schilling”

“Wir steigen mit einem 72 Millionen Euro Förderpaket ein”, gab heute Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) vor Journalisten bekannt. Und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) rechnete neben ihm stehend um: “Das ist eigentlich eine Milliarde Schilling.” Das Geld kommt zu je einem Drittel vom Verkehrs- und Umweltministerium sowie von den Automobilimporteuren und wird bis Ende 2018 vergeben.

“Das Zeitalter der E-Autos ist angebrochen”

“Das Zeitalter der E-Autos ist angebrochen”, ist Leichtfried überzeugt. Das Motto hatten schon die Vorgänger von Rupprechter und Leichtfried ausgegeben, von den anvisierten 200.000 E-Autos bis 2020 sind die tatsächlichen Zulassungszahlen allerdings Lichtjahre entfernt. Derzeit befinden sich rund 8.600 Elektroautos im Bestand, heuer sollen 4.500 zugelassen werden. Zum Vergleich: Insgesamt werden jährlich rund 320.000 Pkw neu zugelassen. Dass in Deutschland das Förderprogramm für E-Mobilität bisher auf geringe Gegenliebe gestoßen ist, beunruhigt die beiden Minister nicht. Denn es würden in Österreich nicht nur die Elektrofahrzeuge unterstützt, sondern auch die Ladeinfrastruktur. Allerdings fördert auch Deutschland die Ladeinfrastruktur – bis zum Jahr 2020 sollen 15.000 Stationen unterstützt werden.

ÖAMTC zeigt sich skeptisch

Die E-Auto-Förderung ist aber nicht unumstritten. So zeigt sich der ÖAMTC skeptisch hinsichtlich der Kaufförderung für private Fahrzeugbesitzer. “Wir glauben, dass es für Elektroauto-Kaufprämien einfach zu früh ist, um damit wirklich einen Boom auszulösen. Dieses Steuergeld könnte man zur Förderung der Elektromobilität besser einsetzen”, so ÖAMTC-Chef Bernhard Wiesinger. “Wir wissen aus mehreren Untersuchungen, dass neben dem hohen Ankaufspreis viele Autofahrer wegen fehlender Ladeinfrastruktur, geringer Reichweite und langer Ladedauer vor dem Kauf von Elektroautos zurückschrecken.”

VCÖ kritisiert Förderung für Hybridfahrzeuge

Der VCÖ wiederum kritisiert, dass auch Hybridfahrzeuge – also Autos, die zusätzlich zum alternativen Antrieb noch mit fossilen Treibstoffen betrieben werden – ebenfalls eine Förderung erhalten. “Laut einer umfassenden Studie sind die tatsächlichen CO2-Emissionen von Plug-In-Hybrid Pkw fast drei Mal so hoch wie die Herstellerangaben versprechen”, so der VCÖ.


Voriger
Nächster