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Dieselskandal: VW stimmte in den USA neuer Milliardenzahlung an Kläger zu

Volkswagen zahlt mindestens 1,26 Mrd. Dollar an 80.000 Besitzer von großen Dieselfahrzeugen mit umweltbelastenden Drei-Liter-Motoren.

Veröffentlicht am 01.02.2017

Zur Beilegung des Dieselskandals hat Volkswagen in den USA eine weiteren Milliardenzahlung zur Entschädigung betroffener Kunden akzeptiert. Der Autobauer stimmte der Zahlung von mindestens 1,26 Mrd. US-Dollar (1,17 Mrd. Euro) zu, um Klagen von 80.000 Besitzern von großen Dieselfahrzeugen mit umweltbelastenden Drei-Liter-Motoren beizulegen, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Bis zu 4 Milliarden Dollar für etwaige Rückkäufe

Der Konzern hatte sich nach monatelangem zähen Ringen mit den US-Behörden auf den Kompromiss geeinigt, wonach etwa 20.000 Wagen mit Drei-Liter-Motoren zurückgekauft und weitere 63.000 umgerüstet werden sollen, sobald die Behörden die Freigabe für die Reparatur erteilen. Sollten die US-Regulierer die technische Lösung nicht abnehmen, könnte der Autobauer laut Gerichtsunterlagen bis zu vier Milliarden Dollar aufwenden, um alle betroffenen Fahrzeuge, darunter Geländewagen von Audi, VW und Porsche, zurückzukaufen.

Audi prüft weitere Rückstellungen

VW -Tochter Audi prüft indes angesichts der anstehenden Milliardenzahlung weitere Rückstellungen. “Wir bewerten anhand der Gerichtsunterlagen, was wir mit dem Jahresabschluss noch zurückstellen müssen”, sagte ein Sprecher des Ingolstädter Autobauers am Mittwoch. Details nannte er nicht – bisher hat Audi für die Beilegung der Abgasaffäre insgesamt 980 Millionen Euro zur Seite gelegt. Insidern zufolge könnten sich die Kosten rund um die 83.000 Fahrzeuge mit den von Audi entwickelten Drei-Liter-Motoren auf rund zwei Mrd. Euro belaufen.

Zulieferer Bosch zahlt 327,5 Millionen US-Dollar

Auch der Autozulieferer Bosch hat als Teil des zivilrechtlichen Vergleichs wegen der Abgasmanipulation bei Volkswagen in den USA der Zahlung eines dreistelligen Millionenbetrags zugestimmt. Wie am Mittwoch aus Gerichtsdokumenten in den USA hervorging, zahlt das Unternehmen 327,5 Mio. Dollar (304,5 Mio. Euro) an 554.000 betroffene Besitzer von Dieselautos.

Bosch wies Verantwortung zurück

Bosch hatte bereits im Dezember mitgeteilt, man habe zur Beilegung von Forderungen gegen das Unternehmen einen Kompromiss gefunden. Reuters hatte damals berichtet, die Stuttgarter seien zur Zahlung von mehr als 300 Mio. Dollar an Kläger bereit, die dem Zulieferer aktive Mithilfe bei der Manipulation vorwerfen. Bosch hatte jegliche Verantwortung für den Einsatz der Software von sich gewiesen. Diese sorgt bei Dieselautos von Volkswagen dafür, dass die Motoren Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten.


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