So tief ist das Sommerloch: Sogar Bernd Buchholz bekommt eine Meldung

Bernd Buchholz ist ein deutscher Verkehrspolitiker und fordert mit einer eigenwilligen Begründung, dass sich Dieselfahrer an den Umrüstungskosten beteiligen sollen. Ein Kommentar.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 08.08.2018

Das Sommerloch ist tief und heiß, weswegen es hiermit sogar Bernd Buchholz in die Nachrichten schafft. Der fordert, dass sich Fahrer von Dieselfahrzeugen, die umgerüstet werden müssen, sich die entstehenden Kosten der Hardwareumrüstung mit dem Hersteller und dem Bund teilen. Schließlich würden diese Menschen den Wert ihres Fahrzeugs damit signifikant erhöhen.

Es ist halt sehr heiß

Bernd Buchholz, das sollte erwähnt werden, ist Verkehrsminister in Schleswig-Holstein. Für die FDP. Seine Forderung basiert auf der Annahme, dass die freiwillige Software-Umrüstung von 5,3 Millionen Fahrzeugen in Deutschland bis Jahresende kaum zu erreichen sei und das die eigentlichen Probleme der Fahrzeuge damit auch nicht behoben werden könnten. Da in Deutschland aber Fahrverbote drohen, müsse das Problem angegangen werden. Per Hardwareumrüstung.

© Bild: Andreas Riedmann

Weil die aber teuer ist, sollen die Kosten gedrittelt werden. Hersteller, Fahrer und Bund sollen gleichermaßen beteiligt werden. Im Wortlaut ließt sich das so: „Ich sehe keine Handlungsgrundlage dafür, die Nachrüstung allein der Autoindustrie aufzubürden.“ Denn schließlich würden die Besitzer der Autos durch die Nachrüstung den Wert ihrer Fahrzeuge deutlich steigern.

Umrüsten oder nicht?

Andere Parteien haben da andere Meinungen. Die SPD fordert in Person von Umweltministerin Svenja Schulze, dass die Hersteller die Kosten übernehmen. Andreas Scheuer, der CSU-Verkehrsminister, lehnt die Hardware-Umrüstung komplett ab.

Buchholz sieht deswegen keine Handlungsgrundlage für die Kostenübernahme durch die Hersteller, weil die Kunden ja Kenntnis von den hohen Stickoxid-Werten gehabt hätten, als sie sich einen Euro-4- oder Euro-5-Diesel gekauft hätten. Was so ziemlich das Gegenteil von allen Erkenntnissen der letzten Jahre ist.

© Bild: Andreas Riedmann

Das Sommerloch und die FDP

Diese Meldung ist, wie eingangs erwähnt, dem Sommerloch geschuldet. Der Vorschlag ist absurd. Er ignoriert den Betrug durch die Hersteller und den Wertverlust der Fahrzeuge. Aber dennoch: Die Lösung geht derart weit an jedem Gerechtigkeitsdenken und damit am Wähler- und Kundenwunsch vorbei, dass mit einer baldigen Umsetzung gerechnet werden kann.


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