Deutscher opfert Tesla, um bewusstlosen VW-Fahrer zu retten

Auf der Autobahn opferte ein Deutscher sein Tesla Model S, um einen VW zu stoppen, dessen Fahrer das Bewusstsein verloren hatte – Elon Musk verspricht kostenlose Reparatur

16.02.2017 Online Redaktion

Bei voller Fahrt auf der Deutschen Autobahn bemerkte Tesla-Fahrer Manfred Kick einen VW, der scheinbar führerlos wiederholt gegen die Leitplanke schrammte. Der 41-jährige  brachte sein Model S auf die gleiche Höhe mit dem anderen Fahrzeug und realisierte, dass der Mann hinter dem Steuer des Wagens das Bewusstsein hatte. „Kopf nach unten, Arme schlaff baumelnd, da war mir sofort klar: Der hat keine Kontrolle mehr über sein Fahrzeug“, so Kick im Interview mit Sat1. „Da war mir klar: Ich kann den jetzt nur so stoppen. Der Mann braucht jetzt Hilfe, und nicht irgendwann.“

Tesla brachte führerlosen VW zum Stillstand

Also überholte Kick den VW und brachte sein Tesla Model S vor dem „Geister-Auto“ zum Stehen. Der VW wurde so ausgebremst, gab dem Tesla dabei aber einige Schrammen mit. „Es hat einmal Patsch gemacht, und dann ist er gestanden“, so Kick zum Münchner Merkur. „Mein eigenes Auto war mir in dem Moment völlig egal.“ Der Deutsche kletterte durch die Beifahrertüre in den VW und leistete dem bewusstlosen Fahrer Erste Hilfe. Zwei weitere Helfer riefen den Notruf und sicherten die Unfallstelle ab. Der Rettungswagen sowie Polizei und Feuerwehr trafen wenige Minuten später an der Unfallstelle ein.

Tesla-Fahrer rettet Leben auf der A9
Montag, 13. Februar 2017, 17.49 Uhr; A9 Anschlussstelle Garching-Süd

Um einen…

Posted by Feuerwehr München on Dienstag, 14. Februar 2017

Ermittlungsverfahren gegen beherzten Helfer eingeleitet

Der VW-Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht. Wie die Polizei mitteilte, ist der 47-jährige mittlerweile wieder ansprechbar, sein Gesundheitszustand ist stabil. Gegen Kick wurde indes ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Grund dafür ist der Unfall, den er auf der Autobahn verursacht hat. Weder er noch die Polizei gehen aber davon aus, dass Kick für sein beherztes Einschreiten zur Rechenschaft gezogen werden wird. Im Gegenteil: Die Polizei überlegt, den 41-jährigen für eine Auszeichnung vorzuschlagen.

Elon Musk verspricht gratis Tesla-Reparatur

Als Held fühlt Kick sich aber gar nicht. „Ich kam mir vor wie in einem Film“, erzählte er dem Münchner Merkur. „Das war eine Extremsituation, in der man einfach nur funktioniert.“ Elon Musk sieht das anders: Als der Tesla-CEO Wind von der spektakulären Rettungsaktion bekam, gratulierte er Kick via Twitter – und kündigte an, dass Tesla alle Reparaturen kostenlos und priorisiert durchführen werde.

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