Ford Fiesta 2014
Weniger ist mehr.
 

Der neue Ford Fiesta – würzig nicht scharf

Nach dem Mondeo ist vor dem Fiesta. Kann der neue Ford Fiesta für eine Überraschung sorgen?

28.08.2014 radical mag

Nach dem neuen Mondeo zeigt uns Ford jetzt auch den neuen Fiesta. Gut so! Wir schreiben hier über einen Fiesta mit 1,0-L großen Dreizylinder-Triebwerk, derselben Bodengruppe wie die technische Basis des EcoSports und – als ob das noch nicht genug wäre – auch noch mit Automatik. 100 PS schaufelt der Dreizapfen maximal, dazu 170 Nm – das ist nicht wirklich heiß. Aber das Ding ist angenehm leicht – rund 1.100 kg nennt Ford als Leergewicht für den Fiesta. Und ja, es ist keine Automatik im klassischen Sinne an Bord sondern ein Doppelkupplungsgetriebe, dessen Programmierung uns bisher nicht immer überzeugen konnte.

Der neue Ford Fiesta weiß zu überraschen

Bisher, denn der Fiesta ist ein richtig agiles, spritziges, freches und ziemlich schnelles Auto. Nicht auf dem Papier, denn mit 11,2 Sekunden von 0-100 würden höchstens Eunuchen von einer Beschleunigungsorgie sprechen. Aber, das Wägelchen fühlt sich bei weitem nicht so lahm an, wie die Zahlen vermuten lassen. Im Gegenteil! Wir finden, der 100-PS-Fiesta macht richtig Freude, er ist zwar nicht scharf aber würzig, kann fast alles was man im Leben so braucht. Zumindest auf den ersten Blick._Ford-Fiesta-2014 (1)

Fahrfreude im Ford Fiesta 2014

Wie gesagt, Fahrfreude ist uns wichtig, und das bietet der kleine Ford. Das Fahrwerk ist für ein Auto dieser Kategorie wirklich richtig gut. Ohne die Insassen zu martern fährt der Fiesta auch richtig schnell ums Eck, die Gangwechsel passen. Zum Glück, denn wenn man manuell eingreifen möchte muss man dies über ein unsäglich seitlich am Schalthebel montierte Wippe tun. Wo haben wir so etwas schon mal gesehen? Ja genau, einige Lastwagen aus den 70-Jahren hatten genauso eine Wippe um die Halbgänge vorzuwählen…

Was uns nicht gefällt

Es gibt natürlich auch noch ein paar andere Sachen, die uns nicht gefallen. Die ziemlich hohe Stufe zum Beispiel die entsteht, wenn man die Lehnen der Rücksitze abklappt. Oder dass man aufs grundierte Blech blickt, wenn man von vorne ins Gepäckabteil guckt. Auch die viel zu kleine Fläche, welche die Scheibenwischer reinigen war störend. Oder, dass sich der Kleine im Test genauso viel Sprit genehmigt hat wie der gleichzeitig getestete Nissan Qasqai mit 1,6-L-Benziner. 6,4 Liter zeigte unser Taschenrechner an, das sind satte 1,1 Liter mehr als Ford verspricht. Klar, es hängt auch damit zusammen, dass man eine gewisse Fahrfreude verspürt (im Gegensatz zum Qashqai), für ein Auto dieser Größe ist der Verbrauch aber trotzdem: zu hoch. Überrascht hat uns das allerdings nicht, bereits mehrmals haben die Ford-Downsizingmotoren bewiesen, dass ihnen Boost lieber ist als Eco._Ford-Fiesta-2014 (2)

Und der Preis des Ford Fiestas?

Ab 13.850 Euro (Listenpreis brutto) bekommt man einen Fünftürer, der einen die Schaltarbeit abnimmt, beim Coupé steigt man ab 11.090 Euro (Listenpreis brutto) ein. Das Auto ist nicht perfekt, aber perfekt bedeutet ja meist auch langweilig und das ist der kleine Ford ganz sicher nicht. Sondern einfach ein gut gemachtes Auto der Kompaktklasse mit hochanständigen Fahrleistungen, gutem Fahrwerk und ansprechender optischer Erscheinung.

Und es wird nicht wenige in diesem Land geben, denen das schlicht und einfach: genügt.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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