Welches Auto war euer erstes und warum fahrt ihr es nicht mehr?

Das erste Auto ist die erste große Freiheit und Verantwortung. Wir wollen wissen, welches Auto euer erstes war und warum ihr es nicht mehr fahrt.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 17.04.2015

Ein Renault Twingo der ersten Generation; in froschgrün, mit großem Schiebedach. Das war mein erstes eigenes Auto. Der Coolness-Faktor war gleich null. Genau genommen machte man sich mit diesem Auto – zumindest bei anderen 18-Jährigen – eher zur Lachnummer. Eine Pointe, die allerdings nicht lange funktionierte. Denn der Wagen war ein Geniestreich.

Das erste Auto ist etwas besonderes

Das hatte zwei Gründe. Zum einen war er relativ neu. Während meine Freunde also viel Zeit damit verbrachten, ihre fürchterlich runtergerittenen BMW und Audi wieder irgendwo an einem blinden Pickerl-Prüfer vorbei zu bekommen, fuhr dieser Twingo einfach und erfüllte alle Anforderungen problemlos. Der zweite Grund war, dass der Wagen im Stillstand seine Stärken entfaltete. Er brauchte keinen Platz und man konnte irrsinnig gut darin schlafen. Die Vordersitze konnten nämlich so weit umgelegt werden, dass sie eine ebene Fläche mit der Rücksitzbank ergaben.

Feature " Unsere Traumautos "
© Bild: Riedmann

Ein Abend ist mir besonders in Erinnerung. Von einem Punk-Festival ging es mit dem Twingo wieder Richtung Heimat. Nach nicht einmal einem Kilometer hält uns die Polizei auf. Wir saßen zu viert im Auto und fürchteten wegen bunter Haare, ziemlichem Gestank und aus einem latenten Gefühl der Unterdrückung heraus (wir waren Jugendliche, das muss so sein) natürlich Schikanen. Die Polizisten hielten hinter uns, eine Dame ging zu meiner Fahrerseite und verharrte dort.

Es kam ein Funkspruch rein. Die Polizisten verzogen sich mit Blaulicht und Sirenen. Am nächsten Tag war klar warum: genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir angehalten wurden, zerlegten die anderen Festivalbesucher auf ihrem Heimweg den örtlichen Bahnhof. Die Worte „Glück gehabt“ waren die letzten, die ich von der Polizistin hörte.

Abschied nehmen

Der Abschied kam nach rund vier gemeinsamen Jahren. Ein Lkw-Fahrer übersah beim Rangieren meinen Twingo und rammte ihn seitlich. Eigentlich war der Schaden nicht wirklich gravierend. Wir beulten ihn notdürftig aus und er hielt noch eine Woche. Dann kam die erzwungene Trennung. Ewig schade drum. Meine Freunde sattelten auf VW T3 um, ich auf Ducati.

Wir wollen an dieser Stelle zur Diskussion anregen. Welches war euer erstes Auto und warum fährt ihr es nicht mehr.


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