Daimler-Chef Dieter Zetsche beim Autosalon Genf
 

#Dieselgate: Daimler muss europaweit 774.000 Fahrzeuge zurückrufen

Daimler muss wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung 774.000 Diesel-Fahrzeuge in ganz Europa zurückrufen. In Österreich sind 18.000 Pkw und Transporter betroffen.

12.06.2018 APA

Daimler muss in Europa 774.000 Diesel-Fahrzeuge wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung zurückrufen. Das teilte der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach einem Gespräch mit Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Montag in Berlin mit. Nach aktuellem Stand sind in Österreich vom Daimler-Fahrzeugrückruf 18.000 Pkw und Transporter betroffen, wie ein Sprecher von Mercedes-Benz Österreich am Mittwoch auf APA-Anfrage erklärte.

Großteil der 774.000 Fahrzeuge bereits in freiwilliger Service-Aktion eingeplant

“Ein Großteil der von dem Rückruf betroffenen Fahrzeuge war bereits in der freiwilligen Servicemaßnahme eingeplant”, so der Unternehmenssprecher. Die Service-Aktion, die bereits im Juli 2017 angekündigt wurde, betrifft mehr als drei Millionen Pkw in Europa. Damals erklärte sich Daimler bereit, die Stickoxid-Emissionen bei nahezu allen Dieselautos mit Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 per Software-Update zu reduzieren. Die Kosten wurden mit 220 Mio. Euro angegeben. Analysten rechnen dennoch mit weiteren schlechten Nachrichten. Die finanziellen Auswirkungen des jüngsten Rückrufs seien überschaubar, erklärten die Experten der DZ Bank. Doch die Aktie bleibe belastet. “Zudem erscheinen uns weitere negative Nachrichten aufgrund der Prüfung weiterer Fahrzeuge sowie möglicher Klagen wahrscheinlich.” Der Diesel-Rückruf sei ein Reputationsschaden für den Premiumhersteller, der sich finanziell nicht beziffern lasse, erklärte Sven Diermeier von Independent Research.

Daimler will Zulässigkeit von Software-Funktionen vor Gericht klären

Scheuer hatte Zetsche bereits Ende Mai zu einer Krisensitzung einbeordert, nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen Rückruf von rund 4.900 Exemplaren des Mercedes-Kleintransporters Vito wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung angeordnet hatte. Das Amt untersuchte noch weitere Modelle. Bis zu diesem Montag sollte geklärt werden, bei wie vielen Fahrzeugen die beanstandeten Softwarefunktionen im Einsatz sind. Nach bisheriger Ansicht von Daimler sind diese aber nicht unzulässig, was der Konzern vor Gericht klären will und deshalb Widerspruch gegen den Vito-Rückrufbescheid ankündigte.

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