Vorstellung: Citroën DS3

Neues aus der Welt der Mode und des Freizeitsports: Wie man sich selbst Konkurrenz macht, ohne Konkurrenz zu sein.

01.02.2010 Autorevue Magazin

Man könnte jetzt natürlich auf der Symbolik der Buchstaben herumreiten, muss aber nicht. Niemand hat was davon, wenn sich der Tafelberg einer Deutung vor dieses neue Auto schiebt und die Sicht verstellt, daher nur so viel: Auch Buchstaben führen ein Eigenleben, werden während ihrer 55 Jahre flügge, verschwinden irgendwann aus dem Blickfeld, treiben Jahrzehnte im Niemandsland der Kindesweglegung, um schließlich auf der anderen Seite des Äquators
zu landen, quasi in einem All-Inclusive-Club mit bunten Schirmchen im Getränk. Was einst also für ewig gültige, skulpturale Schlichtheit stand, etikettiert jetzteinen doch recht verspielt wirkenden Modeartikel – willkommen im 21. Jahrhundert. (Und der Tradition kann’s ohnehin wurscht sein, die lebt in anderen Herzen und Garagen.)
Der DS3 ist der Auftakt zu einer gestylten Gegenwelt, die Citroën künftig bis zum C5 erschließen will. Was also unter dem bisherigen Modellkürzel C rollt, ist sozusagen fürs solide Alltagsgeschäft zuständig, wer ein bissl mehr Emotionen sucht, findet die Weichen zu den DS-Modellen. DS steht hier für Different Spirit, und man fährt damit am besten zur Boutique, gerne auch etwas sportlicher. Mit einem C3 kann man durchaus auch den Baumarkt ansteuern, ohne dass er sich deplatziert fühlt.
Wir sind also mitten drin im Design-Kapitel, und es ist lang und breit und gut bestückt: Aus jedem Winkel lässt der DS3 den Willen zur Gestaltung aufblitzen – wie die Lichtkanten mit feinem Zug die Linien strecken, um dann geschmeidig abzubiegen, wie die Radkästen doppelt aufgespannt werden, inklusive Integration des gesamten Hecks, zeugt von einer subtilen, gesamt doch gestaltungswilligen Designschule. Nur die Säbelzähne an den B-Säulen wirken ein wenig dick aufgetragen, passen aber dann doch wieder dazu. Wie die Zweifarben-Lackierung, bestellbarer Mut und verlässlicher Auslöser von Diskussionen mit Passanten. Introvertierte werden aber auch Silber einfärbig ankreuzeln können. Die gesamte Zweifarben-Folklore ist aufpreispflichtig und reicht bis zu Hellblau/Rosa, eine Empfehlung für sehr extrovertierte Persönlichkeiten.
Die Lichtkanten der Karosserie finden sich auch am Armaturenbrett wieder, Verspieltes wird mit schlicht Rundem gekontert (schon der Schlüssel trägt einen großen, völlig funktionslosen Punkt), die Instrumente und Knopferln sind aber intuitiv zu bedienen und gut abzulesen, die Armaturen selbst schon fast zeitlos klar. Gutes Design, das sich nicht selbst im Weg steht, danke.
Der DS3 wird in Österreich mit fünf Motoren zu haben sein: drei Benziner (VTi 95, VTi 120 und der THP 150 mit Turbo-Aufladung) sowie der 1,6-l-HDi mit 92 oder 112 PS. Beide Diesel kommen mit Partikelfilter in Serie, der schwächere HDi ist auf Wunsch mit 99 statt 107 g CO2-Emission pro Kilometer zu haben, im Gegenzug ist die Beschleunigung einen Hauch zurückhaltender und die Anhängelast sinkt drastisch, aber der Anblick eines DS3 mit Anhänger wird sowieso ein seltener bleiben.
Erste Fahreindrücke vom 120-PS-Benziner zeigen einen Idealmotor für Dieselverweigerer, das Drehmoment strömt früh und freudig an, der Sound ist dezent kernig, der DS3 fühlt sich einen Hauch leichtfüßiger an, als die technischen Daten versprechen, die Schaltung ist präzise und angenehm, der satte, hochwertige Fahreindruck nährt sich aus der Solidität der Karosserie mit ihren dicken Türen und ihrer hohen Flanke. Im Gegenzug passt die Sicht nach
schräg hinten, sagen wir, zur Geschwindigkeit, die man gemeinhin beim Einparken wählt. Vorwärts animiert der DS3 ein wenig zum Übermut. Er fühlt sich gesamt an wie ein dezent tiefergelegter Ab¬leger des neuen C3, ein wenig gokarthaft, freudig, fröhlich, nicht aber aggressiv.
Die Fahrwerksabstimmung ist fühlbar sportlich und straff, sollte also nicht mit überlieferten Vorstellungen von französischem Komfort verglichen werden. Die gut konturierten Sitze lassen beim Seitenhalt nicht locker, auch wenn die Fliehkräfte zupacken, und wer den Fond erreicht, wird dort gerne Platz nehmen, sofern er nicht zu den ganz Langen zählt. Leder ist fein, man wird den DS3 aber auch ohne mögen.
In Transportfragen ist er unauffällig dienstbar: Die umlegbaren Rücksitzlehnen schlagen 1190 Liter Laderaum frei, mit allen fünf Sitzen bleiben 285 Liter, die Ladeöffnung ist eher klein, aber wer sich daran stößt, wird ohnedies zum C3 greifen. Damit die Wahl noch leichter wird: Der ist ausschließlich fünftürig zu haben, der DS3 alleine dreitürig.
Beide Modelle werden zeitgleich in Österreich vorfahren, nämlich Mitte März.

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema