Citroen C4 Picasso dynamisch vorne links
Sehr ihr das Gesicht? Wir auch nicht. Aber das Auto ist gelungen.
 

Vorstellung: Citroën C4 Picasso

Der neue Citroën C4 Picasso mag ungewöhnlich aussehen, aber er hat viele Talente an Bord.

07.06.2013 Online Redaktion

Mut zur Andersartigkeit, das ist es, was man von einem Citroen erwartet. Nach historischen Höchstleistungen war schon die neue DS-Linie eine gute Anknüpfung, auch die konkave Heckscheibe eines Citroën C5 sei nicht unerwähnt. Mit dem Citroën C4 Picasso schlagen die Franzosen nun abermals eine Brücke: Von außen ist er extravagant, das Auge weiß gar nicht, wohin mit den Blicken. Die drei Scheinwerferebenen erinnern etwas an den seligen Fiat Multipla, hinten hat man sich mit den ungeteilten Scheinwerfern an Audi orientiert. Im Inneren dagegen lauern viele kluge Ideen. Wer französische Haushaltsgeräte und Möbel kennt, weiß, mit welch trockener Entschlossenheit Franzosen Alltagsprobleme lösen können.

Der Citroën C4 Picasso kommt mit Pfiff und Alltagstauglichkeit

Da wäre zum Beispiel der Spurwarner, der in seiner neuesen Ausbaustufe den ungehorsamen Fahrer am Gurt zupft. Das mag nervig klingen, hat aber hervorragende pädagogische Wirkung und rüttelt auch bei Müdigkeit besser wach, als ein Pieps oder Sitzvibrieren. Oder der adaptive Tempomat, der vom Gas geht, wenn der Vordermann langsamer fährt. Es gibt auch eine deutliche Warnlampe, wenn man zu knapp auffährt. Dass das System nicht selbstständig bremst, liegt schlicht am Geld und an der Zeit – beides war knapp bei der Entwicklung. Beeindrucken, insofern, was da alles auf die Beine gestellt werden konnte.

Viel Kreativität ist auch in die Bedienung geflossen, von Infotainment über Klimatisierung bis zu den Assistenzsystemen wird alles über einen Touchscreen geregelt. Damit ist das Armaturenbrett sehr clean, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bedienung geht nach einer kurzen Eingewöhnung tatsächlich sehr schlüssig von der Hand, allerdings reagiert die Hardware nicht so flott und sensibel wie man das in Smartphone-verwöhnten Zeiten erwarten würde. Toll ist auch der restliche Innenraum, der durchgehend aus sehr wertigen und frischen Materialien besteht und bei allen Design-Ambitionen weder nervt, noch im Weg steht.

Und dann ist da der Beifahrersitz des Citroën C4 Picasso. In der Top-Variante Exclusive kommt der mit Massagefunktion, Schlummerkopfstütze und einer elektrisch ausfahrbaren Unterschenkelauflage. Damit kann man das Auto quasi zum Liegewagen umbauen, und das auch noch StVO-konform. So gut konnten wir uns jedenfalls noch in keinem Auto diesseits der 50.000,- Euro ausruhen.

Platz gibt es auch: Die drei Rücksitze sind gleich breit/hoch/lang, der Kofferraum lässt sich von 537 Litern Minimum auf bis zu 1709 Liter erweitern. Der Beifahrersitz ist serienmäßig umklappbar.

Das Fahren passiert im Hintergrund

Und das Fahren? Das rückt in den Hintergrund. Auch wenn die neue PSA-Plattform nun für ordentliche Straßenlage und Kurventauglichkeit sorgt: Um Sportlichkeit geht es hier nicht. Gott sei Dank. Das Fahrwerk ist komfortabel, der Dieselmotor vibrationsfrei und nahezu unhörbar. Die 115 PS (82 kW) sorgen für ausreichenden Vortrieb, wer’s eilig hat, kann im Herbst den HDi 150 mit Stickstoff-Katalysator ordern oder gleich zum lautlosen Turbo-Benziner greifen. Wer gerne Schalten lässt, erhält für die kleineren Dieselmotorisierungen ein automatisiertes Schaltgetriebe. Citroën zufolge wurde es tiefgreifend überarbeitet und optimiert – leider konnten wir es noch nicht ausprobieren.

In Summe ist der Citroën C4 Picasso ein Charakterkopf in der eher öden Kompaktvan-Klasse (VW Touran, schau her!), der mit Fahrkomfort und Entspannung verwöhnt. Es gab schon schlechtere Ansätze. Im Herbst folgt übrigens schon der Grand C4 Picasso mit sieben Sitzen.

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