Citroën C4 Aircross HDI 150 Exklusive SUV Test Fahrbericht
Front & Heck unterscheiden sich klar vom Mitsubishi-Pendant.
 

Testbericht: Citroën C4 Aircross HDI 150

Außen- und Innenwirkung eines SUV hängen schließlich eher an Wucht und Höhe denn an der Länge.

18.09.2012 Autorevue Magazin

Ein Artikel aus der Autorevue vom Juli 2012.

Über die Hintergrundgeschichte des Mitsubishi/Peugeot/­Citroën-Drillings war mittlerweile erschöpfend zu lesen, hier die ganz kurze Kurzfassung: Die Allrad-Kompetenz kommt zwar von Mitsubishi, das Design der wenigen äußeren Gleichteile (Dach und ­Türen) aber wurde in Frankreich und Japan parallel ent­wickelt, bis alle mit ihrer Front- und Heckgestaltung reibungsfrei dran anschließen konnten.

Das Interieur hingegen kommt fast flächendeckend aus Japan, bei den Motoren durften alle Marken das Beste aus ihrem Fundus beisteuern. So kommt der kleinere Diesel von PSA, der hier getestete größere allerdings von Mitsubishi. Damit das nicht auffällt, trägt er im C4 Aircross ebenso das Kürzel HDi, die Zahl 150 verweist traditionell auf die Leistung. Allradantrieb ist hiermit obligat, die Fronttriebler sind mit den schwächeren Motoren (es gibt ja auch noch einen Benziner zu 117 PS) verknüpft.

Der Citroën C4 Aircross HDi 150 Exclusive also, durch den Beinamen als Topmodell identifiziert, durch die Posi­tion in der Preisliste übrigens auch: 34.090 Euro, nur mehr per Griff in die Aufpreisliste ausbaufähig. Die enthält dann aber fürs gegenständliche ­Modell beispielsweise kein ­Xenon-Licht oder keine Parkhilfen vorne wie hinten mehr, weil sie schon serienmäßig eingebaut werden. Man kann sagen: Ärmlich wird man sich im Topmodell auch ohne zusätzliches Ankreuzeln nie fühlen, es schadet dem Wohlbefinden aber natürlich nicht.

Ähnliches gilt für das Verhältnis von HDi 112 und HDi 150: Der stärkere Diesel ist einfach der stärkere, was sich in Souveränität und Leichtigkeit manifestiert: Man hat immer Reserven zum Abrufen dabei und ist in jeder Lebenslage gut motorisiert, Geräusch­entwicklung findet nur dezent bis zu den Ohren. Geschaltet werden sechs Gänge, wie in dieser Kategorie heute längst üblich, das Schalten passiert unauffällig: Weder lässt sich der Schalthebel auffällig geschmeidig noch widerborstig führen, sondern einfach solide und gut.

Wenn man beispielsweise aus dem Audi Q3 (der Dauertest-Einstieg beginnt auf Seite 72) umsteigt, notiert man im C4 Aircross eine tendenziell höhere Sitzposition. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes, hier aber fühlt man sich als ­höher gewachsener Passagier eher so, als ließe sich der Sitz höhen-, aber nicht tiefenverstellen, besonders mit dem an und für sich feinen Glasdach. Im Gegenzug ist das Lenkrad nach unten verstellbar, aber etwas zu wenig nach oben, weshalb man bisweilen ein paar Minuten braucht, um sich wirklich wohl zu fühlen. An den Materialien, die man dabei anschaut, scheitert es jedenfalls nicht: Was man angreift, fühlt sich gut an, Gleiches gilt fürs Anschauen.

Citroën C4 Aircross HDI 150 Exklusive SUV Test Fahrbericht

Wie vorne fühlt man sich auch auf den Rücksitzen eher, als säße man AUF ihnen statt IN sie eingebettet. Die Lehnen im Fond werden übrigens zweistufig verriegelt, weshalb man sie mehr (beim Wachsein) oder weniger steil (beim Schlummern) justieren kann.

Bei trockenem, mildem Wetter ist der Allradantrieb ­naturgemäß chancenlos, seine Talente auszuspielen, weshalb man ihn einfach nicht einschaltet. Anders als bei den anderen Kompakt-SUVs, wo die Entscheidung über die Anzahl betriebener Räder schon beim Kauf getätigt sein will, hat der 4WD-Aircross einen Drehschalter, der ständiges Auswählen ermöglicht. Im Allrad-Modus werden bis zu 50 Prozent des Drehmoments den Hinterrädern zugespielt, bei aktivierter Sperre (remember: Allrad-Spezialist Mitsubishi!) ist der Kraftfluss bei 50:50 eingeregelt. Kann man für den Winter vormerken.

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