Citroën C4 VTi 120 Exclusive dyn VoLi
Sehr umgänglich im Auftritt und doch ein Citroën
 

Testbericht: Citroën C4 1,6 VTi 120

Citroëns Design wird mainstreamtauglich. Wieder einmal.

22.04.2011 Autorevue Magazin

Natürlich könnte man bei der ersten Annäherung ans Auto nörgeln, dass das Design des neuen C4 zu verwechselbar aussieht. Nun – mutig ist tatsächlich anders, Citroën hat sich bei vielen Entwürfen schon weiter hinausgelehnt. Man befindet sich hier mitten in der designmäßigen Komfortzone der Kompaktklasse, schließlich wollen sie ja auch Autos verkaufen – und die Avantgarde-Ecke wird ohnehin schon bald der DS4 abdecken.

Das große, wohlwollende Aha stellt sich erst nach dem Einsteigen ein. Wie luftig er ­geschnitten ist, dass verglichen dazu manche Mittelklasse auf den vorderen Plätzen richtig eng wirkt. Sehr sauber verarbeitet ist er, als „Exclusive“ bemerkenswert toll ausgestattet, und die verwendeten Materialien gehören zu den wirklich feinen.

Ob es den Duftspender noch gibt? Der hat den Modellwechsel nicht überlebt, statt­dessen werden andere Spielereien gereicht: wie die von Weiß nach Blau dimmbaren Instrumente oder die vier verschiedenen Warnton-Themen (die man garantiert nur einmal ­ausprobiert, um dann bei der Standardeinstellung zu bleiben. Es wäre wegen der inneren Ruhe.)

Ehrensache für einen komfortorientierten Franzosen: das niedrige Geräuschniveau. Der Motor ist im Stand nur an den Lebenszeichen des Drehzahlmessers zu erkennen, bis Landstraßentempo ändert sich ­daran auch wenig. Die Wohlfühl­atmosphäre setzt sich durch die gelungene Abstimmung des Fahrwerks fort. Einerseits ist da die typisch weiche Dämpfung, die holprige Straßenunebenheiten sehr angenehm wegbügelt, andererseits geht sich dennoch erstaunliche Fahr- und Lenkpräzision aus. Man lernt das in Zeiten der Pseudo-Sportlichkeit schnell zu schätzen – hüben wie drüben am Beifahrersitz.

Erst nach dem Auffahren auf die Autobahn lässt die Begeisterung ein wenig nach. Der kritische Beifahrer fragt dann sofort: „Sag, willst du nicht einmal schalten?“ Worauf einem nur: „Wenn ich könnte, gerne!“ als Antwort bleibt. Der Grund: Citroën bietet im Gegensatz zu Mini (wo der gleiche Motor im Cooper werkt) nur ein Fünfganggetriebe an. Den Motor – ein durchzugsstarker, talentierter Dreher – stört das nicht. Das hohe Drehzahlniveau und der damit verbundene kernige Klang wollen bloß nicht recht zum stimmigen Bild des komfortablen Kompakten passen. Außerdem würde eine Sechste den (sonst untadeligen) Verbrauch auf der Langstrecke gewiss senken.

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