Citroën C4 Exterieur Dynamisch Seite
Normauto. Was will man mehr?
 

Testbericht: Citroën C4

Citroën baut bessere Autos als je zuvor: der voll mainstreamtaugliche C4.

28.01.2011 Autorevue Magazin

Das Dogma der Marketing- strategen, dass alles auf die Marke ankommt – und mittlerweile ist ja schon jeder Misthaufen eine solche –, scheint im Autobau entweder noch nicht angekommen zu sein, oder aber es wurde wegen vermuteter Untauglichkeit verworfen.

Zum Beispiel der neue ­Citroën C4: Sieht aus gewissen Blickwinkeln wie ein Audi A3 aus, der ja seinerseits wie­derum nicht gerade die Fliegen von der Wand fallen lässt vor lauter Originalität. Dass der C4 ein Citroën ist, erkennt man nur an der Aufschrift (und dem Logo). Da könnte auch Kia oder Mazda oder Audi oder sonstwas draufstehen. Gewissermaßen eine neue Definition von Weltauto.

Wir räumen ein: Citroën hat in jüngerer Vergangenheit mit originellen Autos keine guten Erfahrungen gemacht, siehe C6. Echt schade, aber schuld sind schließlich wir selbst, die Käufer, die nicht kaufen wollen.

Da wir uns aber auch an die schon länger zurückliegenden ZX und Xsara und so weiter erinnern, sagen wir nicht, ­Citroën hat sich als Marke jetzt endgültig aufgegeben, sondern nur: wieder einmal. Es werden wieder andere Zeiten kommen, das Französische hat sich noch immer selbst geheilt und neu erfunden, vielleicht kommt dann auch die feststehende Lenkradnabe wieder.

Citroën C4 Interieur

Und überhaupt: Bei etwas sehr Wichtigem ist der C4 ­immer noch ziemlich Citroën und ziemlich französisch, nämlich beim Fahrkomfort. Weicher gedämpft als die deutschen Konkurrenten, ist er diesen hinsichtlich Komfort um Welten überlegen (und vermittelt trotzdem das Gefühl, gut auf der Straße zu ­liegen). Eine mehrstündige Fahrt über holprige Nebenstraßen ist zum Beispiel mit einem Golf keine allzu erfrischende Aussicht, da wäre ein Auto von der Machart des C4 eher ein Segen.

Überhaupt punktet der C4 mit hochprofessioneller Performance an allen Ecken und Enden. Für die Kompaktklasse ist er vor allem innen großzügig geraten, man kann hinten definitiv gut sitzen, vorne sowieso. Der Kofferraum ohne Sitzumlegen übertrumpft an Volumen die direkte Konkurrenz. Mit Sitzumlegen ergibt sich eine kleine Stufe im Laderaumboden, aber das mit der perfekten Ebene (und der ­hohen Ladekante) wird ohnehin überschätzt.

Citroën bringt den C4 über das Thema Preis und Ausstattung in Position. Bei verträg­lichem Grundpreis lässt sich mit etwas Aufwand sehr gehobene Mobilität herstellen. Der ­günstigste C4 mit 95 Benzin-PS, zu haben ab März, kostet 17.990 Euro, unser 150-PS-Diesel befindet sich mit 10.000 Euro mehr genau am anderen Ende der Fahnenstange. Stolz ist man auf heraus­ragende ­Sicherheitsfeatures. Zumal die Totwinkelüberwachung mittels Ultraschall mit Warnlichtern in den Außenspiegeln, und das Spurwechselwarnsystem würde man sich derzeit eher noch eine Klasse drüber erwarten, aber man muss ja auch was drauflegen dafür: Zuzüglich Reifendruckkontrolle, Xenon-Schein­wer­fern und beheizbarer Vordersitze kostet das „Sicherheits­paket Premium“ 1.380 Euro.

Serienmäßig in unserem C4 Exclusive ist hingegen e-Touch, zu dem ein elektronisches Wartungsheft und Infos zur Optimierung des Treibstoffverbrauchs gehören, vor allem aber dieser Knopf gleich beim Rückspiegel, bei dessen Betätigung man im Pannenfall lokalisiert und mit tätiger Hilfe ­beschickt wird. Wir haben es nicht gewagt, ihn zu drücken (man ruft ja auch nicht zum Spaß bei der Rettung an und so). Ebenfalls ohne Aufpreis ist ein Parklückendetektor und der Geschwindigkeitsregler mit Begrenzer für die vernünftige Selbstdisziplinierung.
Mit 150 PS ist ein Auto dieser Gewichtsklasse üppigst ­motorisiert, wir vermerken jedoch, dass es für diesen Motor keine Automatik zu kaufen gibt. Für den 110-PS-Diesel schon. Vielleicht lässt sich da noch was machen.

Jetzt zwei Ausgaben autorevue kostenlos & unverbindlich lesen!*
*ABO endet automatisch.
 
Hier bestellen
Mehr zum Thema
pixel