Citroën C4 dyn VoLi
Der C4 hat etwas Avantgarde eingebüßt
 

Vorstellung: Citroën C4

Schließlich passiert ein Modellwechsel nicht nur wegen fünf Zentimetern alleine.

08.12.2010 Autorevue Magazin

Die Navi-Stimme lispelt, wunderbar menschlicher Gegenpol zum geballten technischen Fortschritt, danke. Denn mit dem Modellwechsel wächst der Citroën C4 um fünf Zentimeter, mehr noch wächst er aber innerlich: Die Qualität soll jene Messlatte überspringen, die der neue C5 gelegt hat, erste Fahreindrücke lassen keinen ­Zweifel an der Reife aller Mate­rialien und ihrer Nahtstellen. ­Darüber hinaus wartet der neue C4 mit Technik-­Features auf, die unüblich sind bei den Kompakten. Er warnt vor ­Autos im toten Winkel, es gibt einen Notruf-Knopf inklusive Fahrzeuglokalisierung, Massagefunktion auf den Vordersitzen, 230-V-Steckdose, gekühltes Getränkefach, beispiels­weise, manches erst ­außerhalb der aufpreisfreien Zone. Dass ­serienmäßig zur Beleuchtung der Armaturen aus fünf Blau­tönen gewählt werden kann, darf als legitimer Nachfolger des ­Duftspenders gelten, der mit dem Modellwechsel unauffällig entsorgt wurde.

Beim Styling erinnert der neue C4 gleichermaßen an ­seinen Vorgänger wie an den neuen C3, sollte also reibungsfrei in die Wunschvorstellungen der Kundschaft passen. Viel Avantgarde hat da nicht Platz, stattdessen gibt’s gefällige Moderne mit Charakter­zügen aus allen Blickwinkeln. Nicht mehr geben wird’s aber den dreitürigen C4, als direkter Nachfolger empfiehlt sich der kommende Citroën DS4, ab Mai 2011.

Der C4 kommt schon im Jänner, mit sechs Motoren: drei Benziner (1,4 l/95 PS, 1,6 l/120 PS oder 155 PS mit Turbo) und drei HDi (1,6 l mit 90 bzw. 110 PS oder 2,0 l/150 PS). Ein wenig später rollt der C4 e-HDi herbei, um die CO2-Messlatte zu senken: Dank Start/Stopp-­Automatik (funktioniert bemerkenswert geschmeidig) und technischem Feinschliff liegt der CO2-Ausstoß bei 109 g/km, Ende 2011 sollen daraus 99 g werden.
Erste Fahreindrücke: Der HDi 150 erfrischt mit 340 Nm, klingt dabei lückenlos entspannt, das Sechsganggetriebe lässt sich beiläufig schalten. Der e-HDi gefällt mit seinen 110 PS fast ebenso gut, laboriert aber am automatisierten Getriebe ESG-6: Wird geschaltet, dann versackt der Vortrieb, auch geschickte Choreografie an den Pedalen kann das ­Nicken der Passagiere kaum mildern.

Ausschließlich mit ESG-6 (ähnliches Nicken beim Schalten) ist auch der THP 155 kombiniert. Der Motor selbst packt freudig zu, bis ihm ein originell gesetzter Schaltpunkt dazwischenkommt. Immerhin kann man die Gänge mit den Paddles hinter dem Lenkrad auch selbst anwählen.

Seine fünf Zentimeter Längenzuwachs verhelfen dem C4 zu ordentlichen Innenmaßen. Man sitzt luftig eingepasst neben dem Mitteltunnel, und im Fond eckt man nur an, wenn man zu groß ist für kompakte Autos. Dem Kofferraum mit 380 Litern erwächst Konkurrenz erst ein Segment höher, nach dem Sitzumlegen bleibt eine dezente Stufe.

Gleich geblieben ist mit dem Modellwechsel das Gewicht des C4. Ohne subtile Tricks zur ­Erleichterung stünde der Neue rund 90 kg über dem Vorgänger.

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