Vorstellung: Citroën C3 Picasso

Warum mollig wieder voll im Trend liegt: Wir kriegen viel Auto und witzige Details bei moderaten Kosten.

01.04.2009 Autorevue Magazin

Mittlerweile sind die Grenzen zwischen kompakten Nutzfahrzeugen und nützlichen Kompakten völlig verwischt. Im Windschatten des Erfolges der Minivans machen sich immer mehr Viermeter-Raumwunder breit und schicken sich an, jene bald an Marktpräsenz zu überholen. Citroën war ja in Sachen Raumfahrzeuge bis jetzt schon ganz gut aufgestellt, siehe Xsara Picasso und C4 Picasso mit zwei unterschiedlichen Radständen. Mit dem C3 Picasso möchte man nun die Nützlichkeit der nächst höheren Fahrzeugklasse in die nächst niedrigere Größen- und Preisdimension runterholen. Das erscheint prinzipiell als recht kluger Ansatz in einer Zeit, wo gerne das Preis- Leistungsverhältnis als überwiegend bestimmende Größe beim Autokauf zelebriert wird.

Da ist einerseits das Baumuster „aufrechte Kiste“, anderseits finden wir redliche Bemühungen, Chic und Lebensfreude nicht zu kurz kommen zu lassen, und das alles unter der Prämisse uneingeschränkter Nützlichkeit. Das heißt konkret: Im Innenraum lassen sich Gegenstände bis zu 2,4 Meter Länge im Stück transportieren, während der Platzbedarf außen nur etwas über vier Meter beträgt. Die Rücksitzbank mit zweidrittelgeteilter Lehne lässt sich derart der Länge nach verschieben, dass aus 386 Liter 500 Liter werden – das immer noch als Fünfsitzer, allerdings dann nur mehr für Kurzbeinige.

Sitze und Armaturenlandschaft hinterlassen einen erstaunlich soliden Eindruck. Die Kunststoffe sind haptisch wie optisch sympathisch und sauber verarbeitet. Bei dem Preisdruck, der in diesem Fahrzeugsegment herrscht, eine tapfere Leistung. Die Kohle holt man sich dann eher bei der Ausstattung. Das ESP ist nur beim Top-Modell mit 110-PS-Dieselmotorisierung serienmäßig. Das ist auch der Grund, warum der C3 Picasso als eines der ersten sechs Autos, die nach dem neuen EuroNCAP-Crashmodus getestet wurden, nur vier Sterne erreichte (lesen Sie mehr dazu auf Seite 51). Was ihm allerdings Pluspunkte bringt, ist die Verfügbarkeit eines Tempomaten, mit dem sich die Höchstgeschwindigkeit begrenzen lässt – Autofahren im Stile höchster Vernunft sozusagen.

Trotzdem kann man jetzt nicht sagen, der C3 Picasso wäre grundsätzlich schlecht ausgestattet. Eine gewöhnliche Klimaanlage ist serienmäßig, genauso wie die vorderen Fensterheber und die Hochfrequenz-Zentralverriegelung. Wer es gerne besonders hell hat im Auto, kann auch ein Panorama-Glasdach ordern. Interessanterweise ist es nur in Verbindung mit dem ESP erhältlich. (Erinnerungen an den Elch-Test werden wach: Würde der C3 Picasso durch den höheren Schwerpunkt wegen des schweren Glasdachs ohne ESP womöglich kippen?)

Wir melden an dieser Stelle Zweifel an, ob ein Glasdach wirklich sein Geld wert ist. Es kostet nämlich nicht nur Aufpreis, es treibt auch den Schwerpunkt und das Fahrzeuggewicht in die Höhe. Außerdem stresst es durch die enorme Sonneneinstrahlung die Klimaanlage, wirkt sich also mitunter auf die Fahrdynamik und den Verbrauch ungünstig aus.

Die vier Motoren, zwei Benziner und zwei Diesel, umspannen ein Leistungsspektrum von 90 bis 120 PS. Die Palette gibt sich also auch hier vernunftbetont. Besonders interessant ist sogar die Einstiegs-Motorisierung,
der 95-PS-Benziner, zumal er bis 30. April um 1.000 Euro billiger angeboten wird.

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