Im Crashtest ist kein Unterschied zum C3 mit normaler Frontscheibe.
 

Vorstellung: Citroën C3

Immerhin gibt’s jetzt (gegen Aufpreis) auch nach oben was zu schauen, und an einer Wiederholung des Erfolges zweifelt sowieso niemand.

01.11.2009 Autorevue Magazin

Auch wenn der bisherige Citroën C3 relativ frisch in der Erinnerung parkt: Es gibt ihn seit 2002, das ist jetzt auch schon über zwei Millionen Exemplare und einen Verkaufserfolg her.

Und aktuelle Zahlen belegen: Man muss sich um das Segment der erwachsenen Kleinen keine Sorgen machen, besonders jetzt nicht, es verträgt sogar Aufdröselung in Nischen (C3 Picasso, zum Beispiel) und hebt an, die Kompakten als Maßstab alltagstauglicher Vernunft einzuholen. Dazu gehört meistens Wachstum, jenes des C3 ist moderat: plus 8 cm Länge, macht 3,94 m, damit sind die meisten Konkurrenten ein Alzerl länger. Ohne Feinschliff hätte der C3 rund 70 kg zunehmen müssen, mit Feinschliff konnte das Gewicht des Vorgängers gehalten werden – ohne vorauseilenden Leichtbau: Qualität war eines der häufigst eingestreuten Worte während der Präsentation des Citroën C3, das Qualitätsniveau soll jedenfalls über praktisch allen Konkurrenten liegen, nur der neue Polo soll einen ähnlich hohen Level erreichen. Weiteres Wachstum erfolgt nach innen: Fühlbar sorgfältige Auswahl von Kunststoffen, glänzend schwarze Mittelkonsole, horizontale Blende champagnerfarben oder aus gebürstetem Alu, allerlei Zierteile in Chrom oder Alu, und das unten abgeflachte Lenkrad zitiert den Motorsport. Auffälligste Neuerung ist die „Zenith“-Frontscheibe, die bis über die Vordersitze reicht. Dort schaut man zwar selten raus, das helle Raumgefühl aber bleibt, und gegen heftige Sonneneinstrahlung lässt sich ein großer Innenhimmel vorziehen. Zurückgeschoben nagt er bei langen Passagieren ein wenig an der Kopffreiheit, freilich auch hinten, weil er dort ja Platz findet zwischen Dach und Innenverkleidung.

Im Fond sind die Platzverhältnisse für Erwachsene insgesamt etwas knapp, hinter dem Beifahrer steht allerdings dank des (äußerlich) betont schlanken Handschuhfaches mehr Knieraum zur Verfügung – was der Beifahrer nach vorne gerückt werden kann, kommt dem Fond zugute. Der Kofferraum zählt mit 300 l zu den größten dieser Klasse.

Beim Fahren fühlt sich der neue C3 absolut erwachsen und solide an, die Bewegungsfreiheit vorne ist in allen Dimensionen gut. Das Fahrwerk bügelt Unebenheiten, ohne bei der Präzision zu schwächeln, der 1,6 VTi mit 120 PS dreht freudig hoch und wird die Topmotorisierung bleiben, um dem edleren und sportlicheren DS3 (bis zu 150 PS) nicht im Weg zu stehen. Der 92-PS-HDi bietet mit 230 Nm das deutlich molligere Drehmoment und ist akustisch nur im Leerlauf als Diesel zu identifizieren, unterwegs aber dezent. Dass der neue C3 leise ist, liegt auch an der dreifachen Menge Dämmmaterial, die Störgeräusche erwürgt: 155 dm3 jetzt, 48 dm3 beim Vorgänger.

Weitere Motorisierungen: 1,1-l-Vierzylinder als Einstiegsmotor, die 60 PS/95 Nm werden gut mit Fahrern mit asiatischem Geduldsfaden harmonieren; darüber ein 1,4-Liter mit 73 PS und als 16V mit 95 PS.

Der 1,6-l-HDi mit 92 PS wird flankiert vom 1,4 HDi (68 PS, 160 Nm), als Top-Diesel fungiert der 1,6 HDi, mit 112 PS und 270 Nm quasi der Sportmotor für Vernunftbegabte. Als einziges Aggregat gibt’s den stärksten Diesel mit 6-Gang-Getriebe zu ordern, der Partikelfilter fehlt nur dem schwächsten HDi, der somit als einziger noch im Euro-4-Zeitalter unterwegs ist.

Die Ausstattungsliste hantelt sich vom Einstiegslevel Eco (ESP, Bremsassistent, Lederlenkrad …) über die Version Comfort (plus Klimaanlage, Radio, Kopfairbags)  bis zum C3 Exclusive, der u. a.noch die Zenith-Scheibe, Parksensoren hinten, Alufelgen und Klimaautomatik nachlegt.

Auf die Straße rollt der neue C3 erst im März 2010 (zeitgleich mit dem charakterlich und äußerlich deutlich verschiedenen DS3), wer nach einer Preisliste fragt, fragt zu früh. Lediglich der Einstiegs-C3 1,1 Eco ist schon eingepreist: 12.690 Euro, 195 Euro über dem gerade noch aktuellen C3.

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