US-amerikanisches Ehepaar erhält 42 Mio. Schadenersatz für schlampige Auto-Reparatur

Eine unsachgemäße Autoreparatur soll Schuld daran sein, dass ein US-amerikanisches Ehepaar bei einem Unfall schwer verletzt wurde. Nach einem vier Jahre langen Rechtsstreit erhalten die Geschädigten nun 42 Millionen Dollar.

12.10.2017 Online Redaktion

Nach einem vier Jahre langen Rechtsstreit hat eine Jury im US-Bundesstaat Texas einem Ehepaar 42 Millionen Dollar Schadenersatz für eine unsachgemäß durchgeführte Reparatur an ihrem Honda Fit (der US-amerikanischen Version des Honda Jazz) zugesprochen. Die Texaner waren bei bei einem Unfall im Dezember 2013 schwer verletzt worden, weil das Dach ihres Autos angeklebt statt angeschweißt und die Sicherheitsstruktur des Fahrzeugs dadurch schwer beeinträchtigt worden war.

Undokumentierte Reparaturen

Am 21. Dezember 2013 verunfallten Matthew und Marcia Seebachan mit einem Honda Fit, den sie kurz davor gekauft hatten. Ein Pick-up-Fahrer hatte auf nasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war frontal in den Honda des Ehepaars gekracht. Nachdem die Seebachans den Crash schwer verletzt überlebt hatten fanden sie heraus, dass an dem Honda vor dem Kauf einige nicht dokumentierte Reparaturen durchgeführt worden waren. Unter anderem war das Dach des Hondas wegen Hagelschäden ausgetauscht worden. Das neue Dach war in der Werkstatt allerdings nicht – wie von Honda vorgesehen – angeschweißt, sondern lediglich angeklebt worden.

Schwerwiegende Folgen hätten vermieden werden können

Die Frontalkollision mit einem anderen Auto im Dezember 2013 wäre mit einem intakten Auto vergleichsweise glimpflich verlaufen, so der Anwalt der Seebachans. Die unsachgemäße Reparatur habe die Sicherheitsstruktur des Honda aber so gravierend verändert, dass der Crash für das Ehepaar lebensbedrohlich verlief. Das Dach habe sich an den geklebten Stellen gelöst, wodurch die Stabilität des Rahmens beeinträchtigt wurde. Letztendlich habe das dazu geführt, dass sich die Türen nach dem Unfall nicht öffnen ließen und Feuer in ins Innere des Fahrzeugs vordringen konnte. Die Seebachans waren in dem Auto gefangen und erlitten schwere Verbrennungen sowie weitere Verletzungen, die potenziell tödlich hätten sein können.

Versicherungsunternehmen soll Werkstatt unter Druck gesetzt haben

Nachdem dem Ehepaar im Verfahren gegen die Werkstatt nun 42 Millionen US-Dollar zugesprochen wurde, nimmt der Anwalt jetzt das Versicherungsunternehmen ins Visier. Unbestätigten Berichten zufolge soll die Werkstatt von der Versicherung dazu gedrängt worden sein, die Reparatur auf die fragliche Art und Weise durchzuführen. Ob die Seebachans und ihr Anwalt auch in diesem Fall Recht bekommen, wird sich im Laufe eines weiteren Verfahrens zeigen. Die Seebachans hoffen jedenfalls, dass die Verantwortlichen nach dem bereits gefällten Urteil in Zukunft mehr Wert auf sorgfältige Fahrzeugreparaturen legen.

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