Detailverliebtes Unikat führte zum großen Eklat

Das 1938 H.R.G. Airline Coupé ist ein Einzelstück und wahrscheinlich habt ihr von der Marke noch nie etwas gehört. Dieser Umstand muss sich ändern. Jetzt!

radical mag
Veröffentlicht am 12.03.2017

So richtig berühmt wurde die englische Marke H.R.G. nie (und teilt damit das Schicksal mit Bocar), obwohl sie doch 20 Jahre lang bestand. In diesen 20 Jahren wurden aber nur gerade 241 Fahrzeuge gebaut, was wohl auch die Erklärung für die mangelnde Berühmtheit ist. Auch ist vielleicht der Name etwas kompliziert, er steht für die drei Firmengründer E.A. Halford, Guy Robins und Henry Roland Godfrey; Liebhaber nennen die Marke «Hurch».

Ein Unikat, das zum großen Schreit führte

Unter den so seltenen H.R.G. ist dieses Airline Coupé aus dem Jahr 1938 das seltenste, denn es wurde nur genau ein Exemplar gebaut. Und es führte dazu, dass die Firmengründer sich zerstritten. Halford, ein Major der englischen Armee, bestellte bei Crofts den Aufbau, ließ ihn auf eines seiner Halford-Special-Chassis setzen, einen 1,5-Liter-Triumph-Motor samt dessen 4-Gang-Getriebe einbauen – und fertig war das Ärgernis für die beiden anderen Geschäftsleitungsmitglieder. Denn eigentlich baute H.R.G. absolut minimalistische Fahrzeuge, mehr so Rennwagen für die Straße, zumeist mit Motoren von Singer. Das Airline Coupé (dessen Hinterteil von einem MG PA Airline Coupé stammte) war den beiden anderen Herren zu schwülstig – obwohl es heute sehr einfach wirkt, sehr elegant. Major Halford verließ das kleine Unternehmen im Streit.

© Bild: RM Sotheby's

Kein Schnäppchen

Das kleine Wägelchen, nur gerade 55 PS stark, wird von RM Sotheby’s auf Amelia Island versteigert – nachdem es 48 Jahre beim gleichen Besitzer war. Ganz günstig ist das Vergnügen nicht, es werden über 200.000 Dollar erwartet, aber das ist irgendwie auch verständlich, denn solch außergewöhnliche Einzelstücke gibt es so viele ja nicht. Ein genauer Blick auf die Bilder lohnt sich, es gibt viele wunderbare Details zu sehen.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com


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