Das Jahr 1936 ZEitmaschine Peugeot 302
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1936 – Das Jahr: Vor dem Sturm

Das Deutsche Reich bewegt sich auf den Zenit seiner Macht zu. Die anderen ­beschränken sich auf die Rolle des die Schlange beobachtenden Kaninchens.

11.08.2011 Autorevue Magazin

Was immer Politisches in Europa und der Welt in dieser Zeit passiert: Es hat direkt oder indirekt, gleich oder erst später mit Deutschland zu tun. Das ergibt sich zwingend, denn die Nazis machen immer den ersten Zug, ihrem Tempo und ihrer Aggression ist niemand gewachsen.

Man kann Hitler alles Böse vorwerfen, nur eines nicht: Dass er mit seinen Plänen je hinter dem Berg gehalten hätte. Seit 1925 bzw. 1926 kann jeder in „Mein Kampf“ nachlesen, was er mit denen, die er für minderwertig hält, vorhat, und wie er sich die neue Weltordnung vorstellt. Nämlich unter deutscher Führung, mit ein paar Willigen und vielen Unterworfenen. Also kündigt er im März die Locarno-Verträge, die unter ­anderem die deutsche Westgrenze regeln, und lässt ins demilitarisierte Rheinland einmarschieren. Frankreich wiederum lässt die letzte Gelegenheit verstreichen, Hitler nachhaltig zu stoppen.

Nach Überwindung der Wirtschafts­krise sind in der zivilisierten Welt die Zeiten nicht schlecht. Die Beziehungen zwischen den Staaten sind ­geordnet, die schlimmsten Nöte behoben (UdSSR natürlich ausgenommen), dass es je wieder zu einem europäischen Krieg kommen könnte, mag sich fast keiner vorstellen.

In Deutschland sind die mittleren Dreißiger das, was der ­Publizist Sebastian Haffner die „guten Jahre“ des National­sozialismus nennt. Der schlimmste Terror der ersten Jahre klingt ab (um später in noch viel schlimmerer Form wiederzukehren), zumindest für die vom Regime als Volksgenossen Abgesegneten herrscht eine Art ­Normalität, obendrein Vollbeschäftigung. Die meisten Deutschen kriegen im Alltag kaum mit, dass sie in einer Diktatur ­leben, es gibt weder Reisebeschränkungen noch eine – etwa mit dem Stalin-Regime vergleichbare – behördliche Willkür. Die Menschen sind gerade genug eingeschüchtert, um auf Linie zu bleiben, und sie profitieren von den sozialen Segnungen der ­Naziherrschaft in ­einem Maße, dass sie es gerne bleiben.

1936 hält das Regime sich sowieso zurück. Deutschland richtet die Olympischen Winter- und Sommerspiele aus, hunderttausende Gäste aus aller Welt kommen im August nach Berlin.

In Österreich, wo im Jänner 322.000 Arbeitslose gezählt werden (Jänner 2009: 301.529 Arbeitslose), wird unterdessen die ­Straße über die Pack eröffnet und damit eine zeitgemäße Verbindung zwischen Ostkärnten und der Steiermark geschaffen. Im Juli wird zwischen Österreich und Deutschland das „Verständigungsabkommen“ unterzeichnet, in dem Hitler zwar die „volle Souveränität“ garantiert, dafür aber von Wien Gegenleistungen ­erhält, etwa die Aufnahme von zwei Nationalsozialisten in die ­Regierung. Was von der vollen Souveränität zu halten ist, deutet einen Monat später Benito Mussolini an, der den österreichischen Militärattaché in Rom vor Hitlers Aggressionsplänen warnt.

In Großbritannien (und im selben Jahr in Übersetzung auch in Deutschland) erscheint John Maynard Keynes’ „The General ­Theory of Employment, Interest and Money“. In diesem wichtigsten wirtschaftswissenschaftlichen Buch des Jahrhunderts fordert Keynes eine völlig neue Wirtschaftspolitik – im wahren Wortsinn, denn der Staat sollte eine maßgeblich steuernde und regulierende Funktion ausüben. Wann immer heute der Finanzmarkt auszuckt, wird Keynes eifrig zitiert.

Am 27. Mai 1936 geht die Queen Mary auf Jungfernfahrt nach New York. Das Schiff ist nach der Gattin des britischen Königs George V. benannt, die da schon gar keine Königin mehr ist, denn George starb im Jänner dieses Jahres. Dessen Sohn und Nach­folger Edward dankt bereits im Dezember wieder ab, um die nicht ­standesgemäße Amerikanerin Wallis Simpson heiraten zu können, die ihn zu dem inhaltlich richtigen Satz: „Man kann gar nicht reich und dünn genug sein“ inspiriert hatte.

Flink dankt King Edward, patriotisch bis in die Polsterbezüge, wieder ab, um nicht standesgemäß Wallis ­Simpson zu heiraten.

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