Testbericht: Toyota Hilux 3,0 City

Wir haben genug von der virtuellen Welt und krempeln unsere Ärmel hoch.

Veröffentlicht am 28.02.2012

Dies ist ein Nutzfahrzeug. Das ist der erste Gedanke, wenn du den Motor startest. Die Dreiliter-Direkteinspritz-Turbomaschine schüttelt sich kurz und dieselt dann selbstbewusst drauflos. Schon nach den ersten Metern ist auch klar: Dies ist ein Geländewagen. Doch bereits an der nächsten Kreuzung hat sich der Motor beruhigt und du kommst problemlos mit den Eigenheiten des massiven Antriebsstrangs mit ebenso massiver Federung klar.

Um das genauer zu erläutern: Hinten werkt eine angetriebene Starrachse mit Blattfedern, eine Konstellation, die hohe Kompetenz in Sachen Transportkapazität und Geländegängigkeit verspricht, aber naturgemäß nicht so feinfühlig agiert, wie wir es von noblen SUVs oder gar Limousinen her kennen. Dabei sei aber festgehalten: Die Lenkpräzision bleibt trotz der Grobschlächtigkeit der Hinterradaufhängung hervorragend, wohl dank ­klassischer Hydraulik-Servolenkung und aufwändiger Doppel-Dreieckslenker-Aufhängung vorne.

Toyota Hilux

Mit drei Litern Hubraum, 360 Nm Drehmoment und 171 PS erledigt der Motor seine Arbeit tadellos, und er benötigt mit Automatikgetriebe keine 11 Liter Diesel auf 100 km, egal ob in der Stadt, auf dem Land oder auf der Autobahn. Immerhin sind mehr als zwei Tonnen Eigengewicht durch die Gegend zu wuchten, wobei dies in erfrischender Dynamik erfolgt, durchaus in der Art eines flotten Kombis oder reschen SUV. Auch weniger Verbrauch ist möglich. Dies würde aber einen Fahrstil voraussetzen, der ganz und gar nicht dem Charakter dieses Geräts für hemdsärmlige Zupacker entspräche.

Denn immer wieder leuchtet der Primärzweck dieses Allround­talents durch: bis zu fünf Arbeiter mit schmutzigem ­Arbeitsgerät auf die morastige Baustelle zu bringen.

Was die seltsame Modell­bezeichnung City angeht: Der Toyota ist kaum weniger handlich als ein großes SUV, schafft die Ecken in Parkgaragen in der Regel ohne Reversieren und Anschleifen, falls sich ­der Fahrer anständig konzentriert. Es gibt den Hilux ­übrigens nicht nur vier­türig mit fünf Plätzen und 171 PS, sondern auch zwei- oder zwei-plus-zweisitzig mit zweitüriger Kabine und 144 PS.


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